"Miss Germany" 2026: Warum zwei Frauen mit Hijab die Debatte über Deutschsein verändern

Adriana Schacht
Adriana Schacht
2 Min.
Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Flaggen, Bäumen, Wolken und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Adriana Schacht

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2026: Warum zwei Frauen mit Hijab die Debatte über Deutschsein verändern

Deutschland krönt an diesem Wochenende in München seine neue "Miss Germany"

Neun Finalistinnen treten bei der Wahl 2026 an, die sich von klassischen Schönheitsidealen verabschiedet und stattdessen Führungskompetenzen sowie Innovationsgeist in den Mittelpunkt stellt. Unter ihnen sind zwei Frauen, die wegen ihres Tragens des Hijabs mit Kritik konfrontiert wurden: Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid.

Die diesjährige Ausgabe des Wettbewerbs markiert einen Richtungswechsel. Die Veranstalter suchen nicht länger nur eine Schönheitskönigin, sondern zukünftige Unternehmerinnen und Führungspersönlichkeiten. Zu den Finalistinnen zählen eine Biologin, eine Pressesprecherin der Bundeswehr und weitere Frauen mit vielfältigen beruflichen Hintergründen.

Die 27-jährige Büşra Sayed, Unternehmerin aus Berlin, wurde wegen ihres Äußeren und ihrer Religion mit rassistischen Kommentaren und Hass im Netz konfrontiert. Dennoch bleibt sie entschlossen, anzutreten und Frauen wie sich selbst zu repräsentieren. Amina Ben Bouzid, 28, aus Wiesbaden, trägt ebenfalls den Hijab und betrachtet ihn als selbstverständlichen Teil ihrer Identität – auch wenn sie weiß, dass nicht alle ihn so sehen.

Beide Frauen lehnen die Vorstellung ab, Deutschsein sei an ein bestimmtes Erscheinungsbild geknüpft. Sie betonen, dass ihre Teilnahme veraltete Klischees herausfordert und Türen für andere öffnet. Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, ist Ärztin und setzt KI ein, um das deutsche Gesundheitssystem zu verbessern – ein Beispiel für den neuen Fokus des Wettbewerbs auf berufliche Leistungen.

Interessanterweise hat in diesem Jahr keine der neun Finalistinnen einen öffentlich dokumentierten Migrationshintergrund. Dennoch sahen sich Sayed und Ben Bouzid mit Fragen konfrontiert, ob sie "deutsch genug" seien, um das Land zu vertreten.

Die Siegerin wird am 7. März gekürt. Der Wettbewerb wirbt damit, ein weiter gefasstes Verständnis deutscher Identität zu fördern. Die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid hat bereits Debatten über Repräsentation und Zugehörigkeit ausgelöst. Ihre Präsenz zeigt, wie sich die Vorstellungen davon verändern, wer in der modernen deutschen Gesellschaft mitmachen – und Erfolg haben – kann.

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