20 April 2026, 08:19

Wie die Dresdner Obergraben-Presse Underground-Kunst in die Öffentlichkeit trug

Ein detailliertes Zeichnung einer Schlosshof-Gebäudefassade in Dresden, Deutschland, mit zahlreichen Fenstern und Statuen, skizziert auf Papier mit begleitendem Text.

Wie die Dresdner Obergraben-Presse Underground-Kunst in die Öffentlichkeit trug

Ende der 1970er Jahre schlossen sich in Dresden Künstler und Drucker zusammen, um etwas Neues zu schaffen. Was als gemeinsames Interesse am experimentellen Drucken begann, entwickelte sich bald zu einem kreativen Zentrum – die Dresdner Obergraben-Presse. Das Projekt vereinte Maler, Grafiker und Theoretiker unter einem Dach.

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Die Wurzeln der Presse reichen bis ins Jahr 1971 zurück, als der Künstler A.R. Penck die Gruppe Lücke mitbegründete. Zur gleichen Zeit entwickelte er seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund, in der er erforschte, wie underground-Kunst ein breiteres Publikum erreichen könnte.

Bis 1976 hatten sich Eberhard Göschel und Peter Herrmann der Arbeitsgruppe im Leonhardi-Museum angeschlossen. Herrmann besaß eine seltene italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die der Drucker Bernhard Theilmann sorgfältig restaurierte. Gleichzeitig suchte Jochen Lorenz, ein erfahrener Drucker, nach kreativeren Aufgaben jenseits seiner üblichen Arbeiten wie dem Druck von Fahrplänen.

1978 nahm das Projekt eine entscheidende Wende: Göschel zog in ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung für Experimente frei wurde. Dieser Raum wurde zum Fundament der Dresdner Obergraben-Presse – einer Kombination aus Künstlervereinigung, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie.

Die Presse bot Künstlern Werkzeuge und Freiheit, um mutige neue Werke zu schaffen. Gleichzeitig schuf sie eine dauerhafte Verbindung zwischen traditionellem Druckhandwerk und zeitgenössischer Kunst. Heute ist ihr Erbe ein fester Bestandteil der Dresdner Kulturgeschichte.

Quelle