Warendorf hält an umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten fest
Adriana SchachtWarendorf hält an umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten fest
Stadt Warendorf behält umstrittene Straßennamen bei
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei umstrittenen Straßen beizubehalten – trotz der Empfehlung eines Bürgergremiums, sie umzubenennen. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten über historische Bezüge der aktuellen Bezeichnungen.
Bürger und lokale Politiker lagen im Streit über den Vorschlag, wobei Kosten und öffentliche Meinung eine zentrale Rolle im endgültigen Abstimmungsergebnis spielten.
Die betroffenen Straßen – Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße – bleiben unverändert. Ein Bürgerbündnis hatte sich für neue Namen eingesetzt und dabei Bedenken wegen möglicher Verbindungen der Namensgeber zu NS-Persönlichkeiten geäußert. Konkrete historische Belege wurden in den Diskussionen jedoch nicht vorgelegt.
Die Mehrheit im Rat, geführt von der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der Freien Wählergemeinschaft (FWG), lehnte die Umbenennung ab. Als Begründung führte man an, dass der Austausch der Straßenschilder die Stadt 5.700 Euro kosten würde – eine Ausgabe, die als unnötig erachtet wurde. Ratsmitglied André Wenning ergänzte, dass Umfragen unter Anwohnern gezeigt hätten, dass die Mehrheit gegen eine Änderung sei.
Alternativvorschläge, wie etwa die Anbringung eines Zitats des Warendorfer Autors Paul Schallück neben der bestehenden Gedenktafel für Agnes Miegel im Rathaus, wurden ebenfalls abgelehnt. Die Tafel bleibt unverändert, weitere Kompromisse wurden nicht akzeptiert.
Reinhold Schoppmann, Mitglied des Bürgerbündnisses, kritisierte das Ergebnis scharf. Die Entscheidung ignoriere die Arbeit des Gremiums und gehe nicht auf die grundsätzlichen Bedenken hinsichtlich des historischen Kontextes der Straßennamen ein.
Mit dem Beschluss bleiben die Warendorfer Straßennamen vorerst unverändert. Ausschlaggebend für die Ratsentscheidung waren vor allem Haushaltszwänge und die Rückmeldungen der Bürger – nicht historische oder symbolische Erwägungen.
Eine erneute Prüfung der Namen ist nicht geplant, die Debatte gilt damit vorerst als abgeschlossen.






