13 March 2026, 16:44

Warendorf führt 15-Euro-Gebühr für Wohnmobile am Emssee ein – Camper sind empört

Eine Gruppe von Menschen mit Schildern, wahrscheinlich protestierend, steht vor einem Zaun mit Fahrzeugen, Büschen, Pfosten, Gittern und einem Bildschirm im Hintergrund, unter einem sichtbaren Himmel mit Gras am unteren Bildrand.

Warendorf führt 15-Euro-Gebühr für Wohnmobile am Emssee ein – Camper sind empört

Warendorf führt 15-Euro-Tagesgebühr für Wohnmobil-Stellplätze am beliebten Emssee ein

Ab diesem Frühling erhebt Warendorf eine Tagesgebühr von 15 Euro für Wohnmobile auf dem gefragten Stellplatz am Emssee. Die Entscheidung sorgt für Unmut bei Stammgästen, darunter ein 83-jähriger Camper, der das Gelände seit Jahrzehnten nutzt. Die Stadtverwaltung begründet die Gebühr mit der attraktiven Lage und der Ausstattung des Platzes.

Der neue Tarif wurde im vergangenen Herbst einstimmig vom Stadtrat beschlossen – auf Initiative der CDU. Die Verantwortlichen halten die Gebühr für angemessen, angesichts der Seenlage und der vorhandenen Infrastruktur. Camper wie Günter Brossat aus Unna, der seit 20 Jahren den Emssee besucht, empfinden die Änderung jedoch als ungerecht.

Geplant sind weitere Aufwertungen, darunter Parkscheinautomaten, die im April installiert werden sollen. Parallel dazu bietet die Stadt eine Alternative an: den städtischen Platz Wiesengrund, wo eine Übernachtung etwa fünf Euro kostet. Im Gegensatz zum Emssee gibt es dort jedoch nur einfache Stellflächen ohne Zusatzleistungen.

In der Nähe bleibt der Stellplatz Linnenwiese kostenfrei nutzbar. Er bietet sechs Plätze für Wohnmobile bis zu acht Metern Länge, ist von April bis September geöffnet und liegt in einer leicht schattigen Wiesenlandschaft an einem Bach. Hunde sind willkommen, eine Betreuung vor Ort gibt es allerdings nicht. Andere öffentliche Campingmöglichkeiten in der Region punkten ebenfalls mit Grünflächen und Wasserzugang, erreichen aber nicht die Beliebtheit des Emssees.

Die 15-Euro-Gebühr tritt in diesem Frühling in Kraft. Einige Besucher kündigen an, den Platz aus Protest künftig zu meiden. Die Stadt hält die Gebühr für gerechtfertigt und verweist auf die begehrte Lage sowie geplante Verbesserungen. Wer sparen möchte, findet mit Wiesengrund oder Linnenwiese günstigere oder kostenlose Alternativen.

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