Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern Gerechtigkeit und langfristige Hilfe
Valeria TrubMissbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern Gerechtigkeit und langfristige Hilfe
Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern faire Entschädigung und langfristige psychologische Hilfe
Bei einem zweitägigen Treffen, an dem rund 200 Katholiken teilnahmen, um den seit Jahrzehnten schwelenden Skandal aufzuarbeiten, erhoben Betroffene von Missbrauch im Erzbistum Paderborn Forderungen nach angemessener finanzieller Wiedergutmachung und dauerhafter psychologischer Unterstützung.
Zwischen 1941 und 2002 verzeichnete das Erzbistum 485 Missbrauchsopfer, wobei über 200 Kleriker in die Vorfälle verwickelt waren. Ein am 12. März 2026 veröffentlichter Bericht legte das Ausmaß des Fehlverhaltens offen – unklar bleibt jedoch, wie viele der Beschuldigten inzwischen verstorben sind.
Bei der Eröffnungveranstaltung in Dortmund forderte der Betroffene Michael Heltner die Kirche auf, substanzielle Entschädigungsleistungen zu gewähren. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, ein Prozent des Erzbistumsvermögens für Renten und Entschädigungen der Geschädigten bereitzustellen.
Erzbischof Udo Markus Bentz bestätigte, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Opfer Zahlungen erhalten hätten, und sicherte weitere Gespräche mit den Gläubigen zu. In den kommenden beiden Tagen sind zusätzliche Treffen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück geplant.
Das Erzbistum bekräftigte sein Bekenntnis zum fortlaufenden Dialog mit den Betroffenen und der katholischen Gemeinschaft. Zwar haben viele Opfer bereits Entschädigungen erhalten, doch bleibt die Forderung nach strukturierter finanzieller und psychologischer Unterstützung ein zentrales Anliegen. Wie die Kirche die Diskussionen weiterführt, wird mit Spannung verfolgt werden.