30 March 2026, 10:21

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern Reformen

Gruppe von Menschen mit einem Banner "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine widerstehe Feminist" auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Luftballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern Reformen

Tausende gingen am Wochenende in Köln und Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstrationen spiegelten die wachsende öffentliche Empörung über das Problem in der Rheinregion wider. Rednerinnen und Redner bei beiden Kundgebungen forderten strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen und riefen Männer dazu auf, sich aktiver gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen.

Die Proteste begannen am Samstag in Köln, wo mehr als 5.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt demonstrierten. Einen Tag später versammelten sich in Bonn Hunderte im Stadtzentrum, darunter über 500 Protestierende vor dem Alten Rathaus am Marktplatz. Die Bonner Veranstaltung wurde von einem breiten Bündnis lokaler Parteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt.

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Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für dessen Äußerungen zu dem Thema. Achtermeyer forderte zudem schärfere Gesetze zum Schutz von Frauen – ein Vorschlag, der vom Publikum mit lautem Applaus bedacht wurde. Politikerinnen der Frauen-Union der CDU unterstützten die Forderung nach besseren Schutzmechanismen, stießen damit jedoch auf eine zurückhaltendere Resonanz.

Die Proteste folgten einer erneuten öffentlichen Debatte nach einer Spiegel-Untersuchung zu digitaler Gewalt. Die Schauspielerin Collien Fernandes hatte Ende 2025 Anzeige gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, erstattet und ihm vorgeworfen, unter ihrem Namen gefälschte Social-Media-Profile angelegt zu haben. Diese Profile sollen im Namen der Schauspielerin sexuelle Gespräche mit etwa 30 Männern geführt haben. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe nahm den Fall Anfang 2026 wieder auf und prüft Vorwürfe wie Stalking und weitere mögliche Straftaten.

Die Demonstrationen am Wochenende zeigten, wie tief die Besorgnis über sexualisierte und digitale Gewalt in der Gesellschaft verwurzelt ist. In beiden Städten forderten die Protestierenden Rechtsreformen und mehr Verantwortung. Das Thema bleibt ein zentraler Diskussionspunkt in Politik und Öffentlichkeit der Region.

Quelle