12 March 2026, 08:17

Rücktritt des SWB-Chefs Hermes mitten im Bonner Immobilienskandal

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Rücktritt des SWB-Chefs Hermes mitten im Bonner Immobilienskandal

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt bekanntgegeben – mitten in einem anhaltenden Immobilienskandal in Bonn. Sein Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen große Investitionen vorbereitet und gleichzeitig politischen Druck sowie rechtliche Prüfungen bewältigen muss. Hermes, der den kommunalen Versorger seit 2022 leitet, erklärte, er werde bis zum Sommer ausscheiden – ohne Möglichkeit einer Rücknahme seiner Entscheidung.

Im Mittelpunkt des Skandals stehen Vorwürfe, wonach lokale Politiker versucht haben sollen, in ein Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar einzugreifen. Trotz der Kontroverse hat der Aufsichtsrat sein Vertrauen in Hermes und die Geschäftsführung bekräftigt.

Hermes hatte den Immobilienskandal bereits im Dezember aufgedeckt und offenbart, dass kommunale Vertreter die Bonner Stadtwerke von der geplanten Landkauf am Flugplatz Hangelar abbringen wollten. Der Abschluss des Deals ist für die Zeit nach Dezember 2025 vorgesehen und betrifft die Flugplatzgesellschaft Hangelar – ein Unternehmen, an dem die SWB beteiligt ist. Seitdem mehren sich politische Forderungen nach Transparenz und einer unabhängigen Prüfung der möglichen Übernahme, auch wenn bisher kein direkter Zusammenhang mit den geplanten Investitionen des Versorgers nachgewiesen wurde.

Eine vertrauliche juristische Untersuchung, die vom Unternehmen in Auftrag gegeben wurde, kam zu dem Schluss, dass die angebliche politische Einflussnahme möglicherweise "nicht frei von externen Einflüssen und Interessenkonflikten" gewesen sei. Als Reaktion darauf hat die SWB beschlossen, den Bericht der Staatsanwaltschaft zur weiteren Prüfung vorzulegen.

In den Skandal verwickelt sind prominente Persönlichkeiten wie Bonns Oberbürgermeister Guido Déus (CDU), sein Stellvertreter sowie Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises – allesamt CDU-Mitglieder. Sie alle bestreiten jegliches Fehlverhalten. Unterdessen hat der Aufsichtsrat Hermes und die Geschäftsführung öffentlich unterstützt und die fortgesetzte Zusammenarbeit betont.

Trotz der Turbulenzen halten die Bonner Stadtwerke an ihren Investitionsplänen fest, zu denen bis zu drei Milliarden Euro für die Wärme- und VerkehrsWende gehören. Zudem sucht das Unternehmen nach Einsparmöglichkeiten im ÖPNV, wobei der Skandal nach aktuellen Angaben keine direkten Auswirkungen auf diese Finanzstrategien hat.

Hermes' Rücktritt wird bis zum Sommer wirksam und markiert damit das Ende seiner Führung in einer Phase großer Investitionen und politischer Kontroversen. Der Immobilienskandal entwickelt sich weiter, während rechtliche Überprüfungen und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen laufen. Die geplanten Milliardeninvestitionen des Unternehmens in Energie und Verkehr bleiben zwar auf Kurs, doch die Vorgänge haben die Forderungen nach mehr Transparenz bei künftigen Grundstücksgeschäften verschärft.

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