NRW beschließt Kraftwerksstrategie: Gaskraftwerke sollen Kohle bis 2030 ersetzen
Vito NeureutherNRW beschließt Kraftwerksstrategie: Gaskraftwerke sollen Kohle bis 2030 ersetzen
Nordrhein-Westfalens lange erwartete Kraftwerksstrategie ist nach monatelangen Verzögerungen endlich beschlossen worden. Die von der Bundesregierung am 14. November 2025 bestätigte Planung orientiert sich eng an den Zielen der vorherigen Koalition. Landesvertreter, darunter Ministerpräsident Hendrik Wüst, begrüßten die Einigung zur Industriestrompreisen und die neue Energieroadmap.
Ursprünglich sollte die Strategie bereits früher vorliegen, mit Ausschreibungen für Gaskraftwerke noch in diesem Jahr und einem Baubeginn in Kürze. Doch die nun finalisierte Fassung sieht vor, die Vergabeverfahren erst 2026 einzuleiten – mit dem Ziel, mindestens acht Gigawatt neue Gaskraftwerkskapazität aufzubauen. Davon könnten allein fünf Gigawatt auf Nordrhein-Westfalen entfallen, wo sieben Anlagen geplant sind.
Bisher wurde nur ein konkreter Standort genannt: Hamm, wo der Energiekonzern BKW an einem wasserstofftauglichen Gaskraftwerksprojekt des Unternehmens Trianel beteiligt sein will. Wann der Bau beginnt oder wann die Anlage fertiggestellt wird, steht jedoch noch nicht fest. Für die übrigen sechs Kraftwerke gibt es weder genaue Standorte noch Fortschrittsberichte, wenngleich der Energieatlas des Landes weitere Planungsdaten enthalten könnte.
Große Energieunternehmen wie Uniper, RWE und Steag Iquoni haben ihre Gaskraftwerksprojekte bereits vorangetrieben. Sie zeigen sich zuversichtlich, den Stichtag 2030 einzuhalten, wenn diese Anlagen die letzten Kohlekraftwerke des Landes ersetzen müssen. Bis zum 15. August 2026 wird die Bundesregierung zudem das Kohleausstiegsgesetz überprüfen, um zu klären, ob die Braunkohlekraftwerke Nordrhein-Westfalens wie geplant vom Netz gehen können.
Die Koalitionsvereinbarungen müssen nun zügig in Gesetzesform gegossen und verabschiedet werden. Die endgültige Umsetzung hängt jedoch von der Zustimmung der EU-Kommission ab.
Die Kraftwerksstrategie weist Nordrhein-Westfalen einen klaren Weg für die Energiewende: Gaskraftwerke sollen bis 2030 die Kohle ersetzen. Als nächste Schritte stehen die rechtliche Verankerung, die EU-Genehmigung und der termingerechte Bau von mindestens acht Gigawatt neuer Kapazität an. Ob der Braunkohleausstieg wie geplant gelingt, wird maßgeblich von der anstehenden Überprüfung des Kohleausstiegsgesetzes abhängen.






