02 April 2026, 16:20

Brantner lehnt Pflichtdienst ab – und schlägt freiwillige Krisenreserve vor

Grünen-Logo mit einem grünen Kreis mit weißer Umrandung und einem Stern, der die zentrierte weiße Schrift "Grüne Partei" in einer fetten Sans-Serif-Schrift enthält.

Brantner lehnt Pflichtdienst ab – und schlägt freiwillige Krisenreserve vor

Grünen-Chefin Franziska Brantner positioniert sich zur Debatte über allgemeinen Pflichtdienst in Deutschland

Die Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, hat sich zu einem Vorschlag für einen verpflichtenden nationalen Dienst in Deutschland geäußert. Die Diskussion wird auf dem Parteitag Ende November geführt, wobei sich bereits mehrere prominente Mitglieder für die Idee ausgesprochen haben.

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Die Debatte flammt auf, während Bundeswehr und Bundesregierung seit Jahren an einer Modernisierung des Wehrdienstmodells arbeiten – mit Fokus auf freiwillige Rekrutierung und der Bewältigung des Personalmangels. In den vergangenen fünf Jahren wurden militärische Dienststrukturen reformiert, darunter Pläne für einen Neuen Wehrdienst, bessere Infrastruktur für Rekruten sowie digitale Aufrüstungen wie elektronische Gesundheitsakten. Ab 2027 sollen halbjährliche Berichte prüfen, ob die freiwillige Rekrutierung den Bedarf deckt – oder ob eine Rückkehr zur Wehrpflicht notwendig wird. Kritiker monieren zudem die Anwerbung von über 10.000 Minderjährigen.

Brantner erkennt die Frustration vieler junger Menschen an, insbesondere angesichts von Rentenreformen und sozialpolitischen Entscheidungen. Statt eines Pflichtdienstes schlägt sie ein freiwilliges Registrierungssystem für über 18-Jährige vor, um militärische Laufbahnen attraktiver zu gestalten. Sie betont, dass Fähigkeiten aus allen Lebensbereichen – ob von einem 45-jährigen Drohnenexperten oder einer 51-jährigen Köchin – in Krisensituationen entscheidend sein könnten.

Die Co-Vorsitzende fordert zudem einen generationenübergreifenden Gesellschaftsvertrag, der Bildung, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig pocht sie darauf, dass das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung gewahrt bleiben muss.

Bekannte Grünen-Politiker wie Mona Neubaur, Katharina Fegebank und Anton Hofreiter haben bereits Unterstützung für den Pflichtdienst-Vorschlag signalisiert. Die Partei wird das Thema noch in diesem Monat diskutieren. Über den konkreten Plan für einen verpflichtenden Dienst wird der Parteitag im November entscheiden. Bei einer Zustimmung könnte dies Deutschlands Umgang mit Landesverteidigung und bürgerlicher Pflicht grundlegend verändern. Brantners Alternativmodell setzt hingegen auf Anreize und freiwilliges Engagement statt auf Zwangsmaßnahmen.

Quelle