Neuer Castor-Transport in Ahaus trifft auf Proteste und politische Kritik
Adriana SchachtNeuer Castor-Transport in Ahaus trifft auf Proteste und politische Kritik
Am frühen Mittwochmorgen traf eine Lieferung mit atomarem Abfall in Ahaus ein. Der Transport, der vom Forschungszentrum Jülich aus startete, stieß unterwegs auf Proteste von Atomkraftgegnern.
Kritiker, darunter Politiker und Aktivisten, hinterfragen den Zeitpunkt und die Notwendigkeit des Einsatzes. Der Konvoi verließ Jülich gegen 10 Uhr und legte 170 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen zurück. In dem Castor-Behälter befand sich radioaktives Material aus den Kernkraftwerken Neckarwestheim und Gundremmingen, das ohne Zwischenfälle den Zwischenlagerstandort erreichte. Die Polizei bestätigte, dass es während der Fahrt zu keinen Störungen gekommen sei.
Bei diesem jüngsten Transport handelt es sich um den 122. Castor-Behälter, der seit der ersten großen Lieferung vor 28 Jahren befördert wurde. Die Protestorganisatorin Hanna Poddig argumentierte, solche Transporte müssten gestoppt werden, bis ein Endlager eingerichtet sei. Sie bezeichnete den Beginn der Proteste als erfolgreich und rief zu weiteren Kundgebungen auf künftigen Transportrouten auf.
Die politischen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Alexander Vogt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, behauptete, der Transport hätte vermieden werden können. Kathrin Vogler von der Linken nannte den Einsatz ein Ergebnis "politischer Verantwortungslosigkeit" und forderte den Rücktritt der Landesumweltministerin Mona Neubaur. Unterdessen kritisierte Patrick Schlüter von der GdP-Gewerkschaft der Polizei den Zeitpunkt und verwies auf überlastete Sicherheitskräfte.
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul äußerte, dass sich durch wiederholte Transporte ein "Gewöhnungseffekt" einstellen könnte. Zudem kündigte er an, künftig würden nicht mehr als drei Castor-Transporter gleichzeitig unterwegs sein.
Der Atommüll erreichte Ahaus ohne gemeldete Zwischenfälle. Behörden und Aktivisten bleiben uneins über die Notwendigkeit und Sicherheit der weiteren Transporte. In den kommenden Monaten werden weitere Lieferungen erwartet.






