Bergisch Gladbach vor der Pleite: 50-Millionen-Loch und Jobverluste erschüttern die Stadt
Valeria TrubBergisch Gladbach vor der Pleite: 50-Millionen-Loch und Jobverluste erschüttern die Stadt
Bergisch Gladbach steht vor der Pleite: Haushaltsplan 2026 offenbart 50-Millionen-Defizit
Die Stadt Bergisch Gladbach steuert auf eine schwere Finanzkrise zu: Der Haushaltsentwurf für 2026 weist ein voraussichtliches Defizit von knapp 50 Millionen Euro aus. Stadtvertreter räumen ein, dass eine Insolvenz bis 2027 kaum noch abzuwenden ist. Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen Steuererhöhungen und gescheiterte Klimaschutzmaßnahmen.
Die AfD-Fraktion im Rat übt scharfe Kritik am Haushaltsplan und warnt, dieser werde die ohnehin angeschlagene lokale Wirtschaft weiter schwächen. Arbeitsplatzverluste und der industrielle Niedergang sorgen bei vielen Bürgern für wachsende Sorgen um die Zukunft der Stadt.
Die wirtschaftlichen Probleme verschärften sich nach zwei schweren Betriebsschließungen: Die Zanders Papierfabrik stellte am 30. April 2021 die Produktion ein – rund 3.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Die jüngste Schließung des Isover-Werks kostete weitere 60 Stellen. Seit 2021 sind in Bergisch Gladbach insgesamt etwa 3.060 Jobs weggefallen. Bereits Anfang 2025 planten 38 Prozent der Industrieunternehmen im Kreis Entlassungen.
Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, warnte bereits im Februar 2026 vor einer beschleunigten Deindustrialisierung. Auch der Klimaschutzhaushalt der Stadt steht in der Kritik – die Maßnahmen konnten Überschwemmungen wie die Katastrophe 2021 im Strundepark nicht verhindern.
Der vorgelegte Haushalt 2026 sieht höhere Steuern vor und treibt die Hebesätze über den Durchschnitt Nordrhein-Westfalens. Florian Fornoff von der AfD bezeichnet den Plan als "nicht tragfähig" und legte ein 10-Punkte-Alternativkonzept vor. Sein Vorschlag verzichtet auf Steuererhöhungen, kürzt stattdessen im Klimaschutzmanagement, reduziert Personal in HR und Buchhaltung und erweitert die kommunale Kinderbetreuung. Die AfD betont, ihr Modell sorge für Haushaltsdisziplin und sichere Arbeitsplätze.
Angesichts der drohenden Pleite bis 2027 muss Bergisch Gladbach nun zwischen Steuererhöhungen oder drastischen Ausgabenkürzungen wählen. Der AfD-Haushaltsentwurf zielt darauf ab, die Finanzen zu stabilisieren, ohne die Bürger zusätzlich zu belasten. Doch der Verlust tausender Arbeitsplätze und der anhaltende industrielle Niedergang setzen die Stadt unter zunehmenden Handlungsdruck.






