27 March 2026, 04:23

Florentina Holzingers Sancta polarisiert erneut an der Staatsoper Stuttgart

Plakat für das Théâtre de l'Opéra in Paris mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem blauen Schultertuch, ihre Haare zu einem Dutt gebunden, vor einem tiefblauen Hintergrund mit Sternen und schwarzer Schrift, die 'Theater der Oper' lautet.

Florentina Holzingers Sancta polarisiert erneut an der Staatsoper Stuttgart

Florentina Holzingers umstrittenes Musiktheater Sancta kehrt im Herbst an die Staatsoper Stuttgart zurück

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Die provokante Operninszenierung der Regisseurin stellt traditionelle Frauenbilder in der Kirchengeschichte infrage und verbindet Musik, Theater und aufrüttelnde Bildsprache. Für einige Vorstellungen sind die Tickets bereits ausverkauft, doch für die Oktober-Termine sind noch vereinzelt Plätze verfügbar.

Sancta nimmt Bezug auf Paul Hindemiths 1921 uraufgeführte, einst wegen angeblicher Gotteslästerung verbotene Oper Sancta Susanna. Fast ein Jahrhundert später entfacht Holzingers radikale Neudeutung erneut Debatten über Religion, Geschlechterrollen und die Grenzen künstlerischer Freiheit. Die Produktion verschmilzt katholische Liturgie mit schonungslosen Erkundungen von Körperlichkeit, Sexualität und Ekstase – Themen, die in traditionellen kirchlichen Kontexten selten Platz finden.

Die Uraufführung sorgte für Aufsehen: Trotz einer Trigger-Warnung mussten 18 Zuschauer:innen medizinisch versorgt werden. Dirigentin Marit Strindlund, bekannt für ihr Wirken im experimentellen Musiktheater, verteidigt die drastischen Bilder als notwendig, um gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen. Sancta sei eine bahnbrechende Form der Bühnenkunst, die gleichermaßen fasziniere wie verstöre, so Strindlund.

Die Proben für die Wiederaufführung laufen auf Hochtouren – bis zur Premiere werden noch neue Elemente eingebaut. Das kreative Team feilt kontinuierlich an der Inszenierung, sodass jede Vorstellung einzigartig bleibt. Zu erleben ist Sancta am 3., 4. und 5. Oktober sowie am 1. und 2. November – letztere Termine sind jedoch bereits restlos ausgebucht.

Die Rückkehr von Sancta bringt die Wucht der Uraufführung zurück: historisch umstritten, künstlerisch mutig und unversöhnlich. Mit den letzten verfügbaren Tickets für Oktober verspricht die Produktion, die Debatte über weibliche Repräsentation und religiöse Tabus weiter zu befeuern. Strindlunds musikalische Vision und Holzingers radikale Regie machen das Werk zu einem ebenso konfrontativen wie mitreißenden Erlebnis.

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