15 March 2026, 06:21

EU-Verordnung bedroht Düsseldorfer Saatguthersteller und seltene Pflanzensorten

Ein Plakat für Rohrer's Saatgut-Jahrbuch 1942 mit einer bunten Auswahl an Blumen, Pflanzen, Gras, einer Person, einem Haus, Bäumen und einem klaren blauen Himmel, mit Text, der Informationen über die Saatgut gibt.

EU-Verordnung bedroht Düsseldorfer Saatguthersteller und seltene Pflanzensorten

Kleine Saatguthersteller in Düsseldorf stehen vor einer ungewissen Zukunft – Grund ist eine geplante EU-Verordnung. Die neuen Regeln könnten hohe Kosten und strenge Zertifizierungspflichten mit sich bringen und damit ihre Existenz bedrohen. Gleichzeitig setzen sich Saatgutbibliotheken in den benachbarten Städten Köln und Neuss mit kostenlosen Verleihmodellen für den Erhalt seltener Pflanzensorten ein.

Die Verhandlungen über die EU-Saatgutverordnung begannen im Februar 2026 unter Beteiligung der Europäischen Kommission, des Parlaments und des Rates der Mitgliedstaaten. Während das Europäische Parlament Ausnahmen fordert, um kleine Produzenten zu unterstützen, setzt der Agrarministerrat auf einen strengeren Kurs mit verschärften Kontrollen.

Das geplante Gesetz würde den Handel mit traditionellem Saatgut erschweren und damit das Risiko bergen, dass seltene Sorten verloren gehen. Anne Mommertz, eine Selbstversorger-Gärtnerin, warnt, dass viele einzigartige Pflanzen verschwinden könnten, sollten die Regelungen in Kraft treten. Ohne Nischenanbieter könnten Hobbygärtner bald nur noch auf standardisierte Saatgutware großer Industriekonzerne angewiesen sein.

Die Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss engagieren sich nun für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss berichtet von großer Nachfrage nach bestimmten Sorten. Die Initiativen bieten kostenlosen Zugang zu traditionellem Saatgut und helfen Gärtnern so, unabhängiger von kommerziellen Anbietern zu werden.

Falls die Verordnung verabschiedet wird, könnten die kleinen Saatguthersteller in Düsseldorf um ihr Überleben kämpfen. Der Verlust der Nischenanbieter würde nicht nur die Auswahl für Gärtner einschränken, sondern auch die Pflanzenvielfalt verringern. Saatgutbibliotheken und lokale Züchter arbeiten nun gegen die Zeit, um seltene Sorten zu bewahren, bevor die neuen Regeln greifen.

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