Dieter Nuhrs Femizid-Äußerungen lösen Empörung und Debatte aus
Der Komiker Dieter Nuhr hat nach Äußerungen in einer jüngsten Fernsehsendung heftige Kritik geerntet. Im Mittelpunkt der Empörung standen Bemerkungen über Femizide und häusliche Gewalt durch Partner, zu denen er später in einem Facebook-Post Stellung nahm.
In der Ausgabe von Nuhr im Ersten XXL vom 18. Juni thematisierte Nuhr das Problem der Femizide in Deutschland. Er verwies darauf, dass jährlich etwa 300 bis 350 Frauen getötet werden – laut offiziellen Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) waren es 2024 insgesamt 328 weibliche Opfer. Zudem betonte er, dass fast 80 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt in Deutschland Frauen seien.
In seiner Facebook-Stellungnahme wies Nuhr den Vorwurf zurück, Femizide jemals verharmlost zu haben, und versicherte, dies auch nie tun zu wollen. Zwar sei jeder einzelne dieser Tötungsdelikte inakzeptabel, doch das statistische Risiko, dass eine Frau von ihrem Partner ermordet werde, bleibe extrem gering. Kritisch hinterfragte er zudem die Verwendung des Begriffs „strukturell“, um Männern eine kollektive Schuld zuzuschreiben, und bezog sich dabei auf Medienberichte, in denen Frauen Ängste äußerten, mit männlichen Partnern zusammenzuleben.
Als präventiven Rat empfahl Nuhr, potenzielle Partner vor einer engen Bindung gut kennenzulernen. Sein Fokus lag darauf, seine Position zu erläutern, nicht jedoch seine ursprünglichen Aussagen zurückzunehmen.
Die Debatte lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Sorgen um geschlechtsspezifische Gewalt in Deutschland. Während offizielle Daten das Ausmaß des Problems belegen, haben Nuhrs Äußerungen die Diskussion über Sprache, Verantwortung und den öffentlichen Diskurs zu diesem Thema neu entfacht.
