Anke Engelke als Bahnmitarbeiterin: Wie ihr Praktikum zur umstrittenen Webserie Tina führte
Valeria TrubAnke Engelke als Bahnmitarbeiterin: Wie ihr Praktikum zur umstrittenen Webserie Tina führte
Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke hat über sechs Monate hinweg mit der Deutschen Bahn zusammengearbeitet – sowohl hinter den Kulissen als auch vor der Kamera. Ihre Zeit umfasste ein Praktikum, in dem sie verschiedene Rollen übernahm, darunter Zugbegleiterin und Mitarbeiterin in der Logistik. Aus dieser Erfahrung entstand die zehnteilige Webserie Tina, die auf den Social-Media-Kanälen des Unternehmens veröffentlicht wurde.
Engelke hatte sich zunächst selbst an die Deutsche Bahn gewandt und angeboten, in unterschiedlichen Positionen zu arbeiten, um das Unternehmen besser kennenzulernen. Während ihres Praktikums begleitete sie Mitarbeiter, kümmerte sich um Fahrgastinteraktionen und erhielt sogar Coachings zum Umgang mit schwierigen Situationen. Ihre Beobachtungen inspirierten sie zur Idee einer Webserie, die den Arbeitsalltag des Bahnpersonals in den Mittelpunkt stellt.
Das Ergebnis war Tina, eine humorvolle und selbstironische Serie, in der Engelke eine Zugmanagerin spielt, die sich durch die Herausforderungen des Jobs kämpft. Später beschrieb sie, wie die Erfahrung ihr die Empathie und das Engagement der Bahnmitarbeiter vor Augen führte – trotz häufiger Beleidigungen durch Fahrgäste. Abseits der Kamera reist Engelke weiterhin privat mit der Bahn und trägt dabei stets eine Maske, um sich zu schützen.
Die Webserie Boah, Bahn! startete im Oktober 2025 als Teil einer umfassenderen Kooperation. Doch sie stieß sofort auf massive Kritik, vor allem wegen der hohen Produktionskosten angesichts anhaltender Sicherheitsbedenken. Kritiker verwiesen auf Vorfälle wie die Tötung eines Schaffners in Rheinland-Pfalz und argumentierten, die Gelder hätten besser in die Sicherheit fließen sollen. Politiker wie der SPD-Abgeordnete Fiedler und der EVG-Vorsitzende Burkert nannten die Kampagne einen Skandal. Bis Februar 2026 setzte die Deutsche Bahn die Serie aus und räumte ein, sie passe nicht mehr zum aktuellen Klima.
Das Projekt endete abrupt nach öffentlicher Kritik an Zeitpunkt und Budget. Engelkes Engagement verschaffte ihr jedoch einen direkten Einblick in die Realität der Bahnarbeit. Die Serie bleibt zwar auf den Plattformen der Deutschen Bahn abrufbar, doch ihre Rezeption hat die ursprüngliche Intention in den Hintergrund gedrängt.