17 March 2026, 10:17

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft ums Überleben – Preise fallen, Schädlinge wüten

Offenes Buch mit Illustrationen und Text über Gemüse, einschließlich Rüben, darauf ausgebreitet.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft ums Überleben – Preise fallen, Schädlinge wüten

Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät zunehmend unter Druck. Fallende Preise, steigende Kosten und hartnäckige Schädlinge zwingen viele Landwirte, ihre Produktion zurückzufahren. Marius Feldmann, Geschäftsführer der Metternich-Ratibor-Corvey KG, hält die Kultur dennoch für unverzichtbar – doch selbst sein Betrieb hat seit 2023 fast ein Drittel der Rübenflächen abgebaut.

Die Anbaufläche für Zuckerrüben in Deutschland schrumpft seit fünf Jahren kontinuierlich. 2020 umfasste sie noch rund 42.000 Hektar, bis 2025 sank sie auf 35.000 Hektar. Experten des Deutschen Bauernverbandes nennen als Hauptgründe niedrige Zuckerpreise, höhere Produktionskosten, den Rückgang der Zuckerfabriken und EU-Quoten.

Krankheiten und Schädlinge verschärfen die Lage. Stolbur (SBR), Cercospora-Blattflecken und resistente Unkräuter können die Erträge in schlimmen Fällen um 40 bis 50 Prozent mindern. Bei starkem Unkrautbefall lohnt sich die Ernte mitunter kaum noch. Feldmanns Betrieb setzt auf neue Mittel wie das Herbizid Rinpode, das Hühnerhirse bereits mit nur zwei Gramm pro Hektar wirksam bekämpft.

Notfallzulassungen für bestimmte Wirkstoffe brachten in den vergangenen Jahren Entlastung, doch die Landwirte wünschen sich langfristige, planbare Lösungen. Seit 2026 sind Präparate wie Badge WG, Coprantol Duo und Recudo dauerhaft gegen Cercospora zugelassen. Dennoch warnt die Branche: Ohne bessere Preise und zuverlässigen Pflanzenschutz könnte die heimische Produktion – und damit die regionale Zuckerversorgung – weiter zurückgehen.

Allein auf Feldmanns Hof sank die Rübenfläche von 160 Hektar im Jahr 2023 auf 118 Hektar in diesem Jahr. Sollten sich die Marktbedingungen oder die Schädlingsbekämpfung nicht verbessern, könnten weitere Betriebe folgen. Die Gefahr, die lokale Zuckerproduktion zu verlieren, wächst – während die Kosten steigen und die Konkurrenz durch zollfreie Importe zunimmt.

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