WM-Fieber befeuert Lohnstreit in der Neusser Gastronomie – wer profitiert?
Adriana SchachtWM-Fieber befeuert Lohnstreit in der Neusser Gastronomie – wer profitiert?
Die Fußball-Weltmeisterschaft hat die Debatte um Lohnstreitigkeiten im Rhein-Kreis Neuss neu befeuert. Die Gewerkschaft NGG fordert eine Lohnerhöhung von sechs Prozent für alle Beschäftigten in der Gastronomie – darunter Köche und Servicekräfte. Für vollzeitbeschäftigte Fachkräfte würde dies mindestens 164 Euro mehr im Monat bedeuten.
Die NGG begründet die Forderung mit dem Argument, dass die sechs Prozent lediglich die Hälfte der Ersparnisse ausspiegeln, die die Branche durch jüngste staatliche Steuersenkungen erzielt hat. Die Gewerkschaftsvertreterin Ina Korte-Grimberg warnte Arbeitgeber davor, Mitarbeiter während des Turniers durch übermäßige Überstunden auszubeuten. Sie rief den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) auf, fair zu verhandeln und Fehler zu vermeiden, die Beschäftigten oder dem Ruf der Branche schaden könnten.
Die Gespräche zwischen der NGG und dem DEHOGA sollen in der Woche nach dem Eröffnungsspiel der WM beginnen. Restaurants und Bars müssen für Stoßzeiten zusätzliches Personal einstellen, um eine „Überstunden-WM“ zu verhindern. Jede während des Turniers geleistete Zusatzstunde muss bezahlt werden, und Arbeitgeber müssen bei der Schichtplanung die Bedürfnisse von Beschäftigten mit Kindern oder Pflegeverantwortung berücksichtigen.
Die vorgeschlagene Lohnerhöhung von sechs Prozent würde Gastronomiebeschäftigten in der Region direkt zugutekommen. Falls eine Einigung erzielt wird, würde sie die Gehälter von Köchen, Servicekräften und anderen Branchenangehörigen spürbar erhöhen. Die Verhandlungen werden zeigen, ob Arbeitgeber und Gewerkschaft in dieser hektischen Phase zu einer fairen Lösung finden können.






