17 March 2026, 04:17

Wasserstoffbranche zwischen Ölkrise und Investorenskepsis: Wer hält dem Druck stand?

Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa eine Gigatonne."

Wasserstoffbranche zwischen Ölkrise und Investorenskepsis: Wer hält dem Druck stand?

Wasserstoffunternehmen erleben gemischte Entwicklungen – zwischen Ölkrise und Investorenzweifel

Die Wasserstoffbranche durchlebt eine Phase der Gegensätze: Während die explodierenden Ölpreise das Interesse an grünen Alternativen befeuern, kämpfen einige Unternehmen mit betrieblichen Rückschlägen und finanziellen Belastungen. Unterdessen stieg die Aktie des norwegischen Wasserstoffspezialisten Nel ASA leicht an, bleibt aber in der Nähe historischer Tiefststände.

In Bielefeld stehen die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge seit Monaten still – Grund ist ein Mangel an Treibstoff. Die städtische Abfallwirtschaft war bereits wegen der Zuverlässigkeit der Fahrzeuge in die Kritik geraten, doch die Verantwortlichen betonen, es handele sich um vorübergehende Probleme. Trotz der Rückschläge hält Bielefeld an der Wasserstofftechnologie fest und deutet die Schwierigkeiten als typische Anfangshürden einer neuen Technologie.

Ölpreise klettern seit Januar 2026 steil nach oben – von unter 60 auf rund 100 Dollar pro Fass Mitte März. Auslöser sind der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie Lieferengpässe im Persischen Golf. Zwar hat die OPEC die Förderung erhöht und die Internationale Energieagentur (IEA) Reserven freigegeben, doch der Preisschub macht Wasserstoff als langfristige Alternative attraktiver. Gleichzeitig könnten die gestiegenen Energiekosten die kurzfristige Einführung bremsen, da Inflationssorgen die Investitionsbereitschaft dämpfen.

Der norwegische Wasserstoffhersteller Nel ASA verzeichnete an der Börse Stuttgart einen Kursanstieg von 2,5 Prozent auf 0,192 Euro. Der leichte Aufschwung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie nur knapp über ihrem Allzeittief von 0,17 Euro notiert. Eine kleine, aber treue Investorengruppe hält dem Unternehmen weiterhin die Stange – trotz schwacher Auftragslage und rückläufiger Umsätze.

Andere Branchenvertreter stehen unter Druck, konkrete Ergebnisse vorzuweisen, um ihre Aktienkurse zu stabilisieren. ITM Power gab kürzlich die finale Investitionsentscheidung für ein großes Projekt bekannt, muss nun aber liefern. Bloom Energy, das 2023 einen bedeutenden Brennstoffzellenauftrag von Oracle erhalten hatte, sieht sich mit rückläufigen Kursen konfrontiert, nachdem Folgeaufträge ausblieben. Gleichzeitig mehren sich Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Sektors: Anleger fragen sich, ob einige Unternehmen zu stark auf spekulatives Wachstum gesetzt haben.

Der Ölprieschub stärkt zwar die Argumente für Wasserstoff als saubere Alternative, doch finanzielle und operative Hürden bleiben bestehen. Unternehmen wie Nel ASA und ITM Power müssen nun unter Beweis stellen, dass sie in einem volatilen Marktumfeld überlebensfähig sind. Der Erfolg der Branche hängt kurzfristig davon ab, Lieferengpässe zu überwinden und versprochene Projekte endlich umzusetzen.

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