Wanderungsströme zwischen Siegen-Wittgenstein und Ostdeutschland kippen nach 30 Jahren
Adriana SchachtWanderungsströme zwischen Siegen-Wittgenstein und Ostdeutschland kippen nach 30 Jahren
Wanderungsbewegungen zwischen Siegen-Wittgenstein und Ostdeutschland haben sich in den letzten drei Jahrzehnten gewandelt. Seit der Wiedervereinigung sind mehr Menschen aus dem Osten in die Region gezogen als umgekehrt – doch aktuelle Trends zeigen eine zunehmende Abwanderung. Neue Daten verdeutlichen die sich verändernden Muster der Binnenmigration zwischen diesen Gebieten.
Den Höhepunkt erreichte die Zuwanderung 1991, als sich fast 1.200 Menschen aus den neuen Bundesländern in Siegen-Wittgenstein niederließen. Im Laufe der Zeit pendelten sich die Zahlen ein: Seit 2010 liegen die jährlichen Zuzüge stabil zwischen 200 und 300 Personen. Insgesamt sind seit der Wiedervereinigung rund 12.700 Menschen aus Ostdeutschland in die Region gezogen.
Die meisten Neuankömmlinge stammen aus Sachsen-Anhalt, während aus Mecklenburg-Vorpommern die wenigsten Zuwanderer kamen. Gleichzeitig haben seit 1991 etwa 9.200 Einwohner Siegen-Wittgenstein verlassen, um in den Osten zu ziehen. Ein bemerkenswerter Wandel zeigte sich nach 2020: Seither übersteigt die Zahl der Fortziehenden die der Zuziehenden.
Die aktuellen Zahlen bestätigen einen langfristigen Rückgang der Nettozuwanderung aus Ostdeutschland nach Siegen-Wittgenstein. Während die Zuzüge einst die Fortzüge überstiegen, verlässt inzwischen ein größerer Teil der Bevölkerung die Region. Die Daten spiegeln die breiten demografischen Verschiebungen in den innerdeutschen Wanderungsbewegungen seit der Wiedervereinigung wider.






