Vonovia will Bundeswehr-Wohnungen verwalten – und plant Tausende Neubauten
Adriana SchachtVonovia will Bundeswehr-Wohnungen verwalten – und plant Tausende Neubauten
Deutschlands größter Vermieter Vonovia bietet Verwaltung von neuem Militärwohnraum für die Bundeswehr an
Der Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der die Bundesregierung mit ihrer „Wohnungsbau-Turbo“-Initiative den Bau von Wohnungen beschleunigen will. Während das Unternehmen seine eigenen Bestände ausbauen möchte, sieht es darin auch eine Chance, den wachsenden Wohnbedarf des Militärs zu unterstützen.
Die Bundeswehr plant, ihre Belegschaft in den kommenden Jahren von 183.000 auf mindestens 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu erhöhen. Diese Expansion wirft die Frage auf, wie der zusätzliche Personalbedarf an Unterkünften effizient gedeckt werden kann.
Vonovia-Chef Rolf Buch betonte, wie entscheidend angemessener Wohnraum für die Gewinnung und Bindung von Militärpersonal sei. Er schlug zwei Ansätze vor: die Übernahme bestehender Bundeswohnungen oder den Neubau von Wohnungen. Das Unternehmen verfügt bereits über Erfahrung in der Verwaltung von Militärimmobilien, die von der Regierung übertragen wurden.
Nach einer zweijährigen Pause bei Neubauten hat Vonovia sein Bauprogramm wiederaufgenommen. In diesem Jahr sollen 3.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden, zudem hält das Unternehmen Grundstücksreserven für bis zu 70.000 weitere Wohnungen vor. Dieser Schritt passt zu einer allgemeinen Erholung der Branche, da jüngste politische Maßnahmen – wie schnellere Genehmigungsverfahren und gelockerte Planungsvorschriften – die Rahmenbedingungen für Bauträger verbessern.
Die Kosten bleiben jedoch eine Herausforderung: Aktuell liegen die Baupreise bei über 5.000 Euro pro Quadratmeter. Vonovia strebt an, diese auf unter 3.500 Euro zu senken, um die Mieten bezahlbar zu halten. Das Engagement des Unternehmens könnte der Bundeswehr helfen, ihren Wohnbedarf zu decken – und gleichzeitig von der Effizienz der Privatwirtschaft profitieren.
Die Zusammenarbeit zwischen Vonovia und der Bundeswehr könnte den Druck auf den Militärwohnungsmarkt verringern. Angesichts der nach wie vor hohen Baukosten wird es entscheidend sein, ob das Unternehmen seine Kostensenkungsziele erreicht, um das Projekt tragfähig zu machen. Bei Erfolg könnte die Partnerschaft ein Vorbild für künftige öffentlich-private Wohnungsbaulösungen in Deutschland werden.






