Untersuchung findet keine Beweise für rituellen Missbrauch in deutschen Bistümern
Valeria TrubUntersuchung: Keine Beweise für rituellen Missbrauch in Diözesen - Untersuchung findet keine Beweise für rituellen Missbrauch in deutschen Bistümern
Eine unabhängige Untersuchung zu Vorwürfen rituellen sexuellen Missbrauchs in mehreren deutschen Bistümern hat keine konkreten Beweise für die Anschuldigungen gefunden. Die von der Kölner Kanzlei Feigen-Graf geleitete Prüfung untersuchte Vorwürfe gegen hochrangige Kirchenvertreter, darunter fünf Kardinäle und einen Bischof.
Im Fokus standen Vorwürfe gegen Priester und Bischöfe aus den Bistümern Münster, Essen, Paderborn, Hildesheim sowie dem Erzbistum Köln. Zu den Genannten zählten Franz Kardinal Hengsbach, Joseph Kardinal Höffner, Joachim Kardinal Meisner, Johannes Kardinal Degenhardt und Bischof Reinhard Lettmann.
Die Ermittler befragten Betroffene und ließen deren Aussagen psychologisch bewerten. Die Psychologinnen Silvia Gubi-Kelm und Petra Wolf kamen zu dem Schluss, dass die Schilderungen rituellen Missbrauchs wahrscheinlich auf falschen Erinnerungen beruhten. Der Bericht deutet darauf hin, dass frühere Beratungsstellen im Bistum Münster dazu beigetragen haben könnten, dass Betroffene sich in der Suche nach verdrängten Erinnerungen verstrickten.
Die Untersuchung warf zudem Fragen zur Einflussnahme von Therapeuten auf die Berichte über rituelle Gewalt und angebliche Täternetzwerke auf. Trotz gründlicher Prüfung fanden sich keine objektiven Belege für die Existenz organisierter Netzwerke oder schwerer Straftaten.
Der Abschlussbericht wird in anonymisierter und gekürzter Form veröffentlicht. Zwar konnten die Vorwürfe nicht bestätigt werden, doch die Untersuchung zeigte die möglichen Risiken suggestiver Therapien bei der Entstehung falscher Erinnerungen auf. Die Ergebnisse beenden einen langwierigen Prüfprozess, an dem mehrere Bistümer beteiligt waren.






