18 March 2026, 00:49

Traditionelle Brauereien kämpfen ums Überleben – wie zwei Betriebe gegen den Bier-Schwund ankämpfen

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt und eine Gruppe von Menschen zeigt, von denen einige Gläser und andere Gegenstände halten, sowie Text und ein Logo.

Traditionelle Brauereien kämpfen ums Überleben – wie zwei Betriebe gegen den Bier-Schwund ankämpfen

Deutsche Brauereien kämpfen ums Überleben: Bierabsatz bricht auf Rekordtief ein

2025 sank der Bierkonsum in Deutschland um sechs Prozent – der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Viele traditionelle Brauereien stehen nun vor der Schließung, während andere mit neuen Produkten wie alkoholfreiem Bier um ihr Überleben ringen.

Zwei regionale Brauereien, Barre aus Lübbecke und die Bielefelder Braumanufaktur, passen sich dem Wandel an. Beide erweitern ihr Sortiment an alkoholfreien Bieren, da die Nachfrage nach gesünderen Alternativen steigt.

Der Einbruch beim Bierabsatz zwingt die Branche zum Umdenken. Christoph Barre, Geschäftsführer der Brauerei Barre, warnt vor einer wachsenden Insolvenzwelle in der Industrie. Seine eigene Brauerei setzt auf stärkere lokale Verankerung: Sie bietet Führungen an, verkauft Merchandise-Artikel und präsentiert sich auf Messen, um die Verbindung zur Gemeinschaft zu halten.

Bei der Bielefelder Braumanufaktur setzt Gründer Mike Cacic auf alkoholfreie Alternativen. Das Unternehmen hat sein Angebot um Erfrischungsgetränke und alkoholfreies Bier erweitert – ein Segment, das Cacic langfristig zum Umsatzträger machen will. Der Schritt spiegelt einen Branchentrend wider: Sowohl Barre als auch die Bielefelder Braumanufaktur steigern die Produktion alkoholfreier Biere, um sich verändernden Konsumgewohnheiten gerecht zu werden.

Hintergrund ist der wachsende Zuspruch gesundheitsbewusster Trinker zu alkoholfreiem Bier. Dieser expandierende Markt bietet einigen Brauereien eine Rettung, während der Absatz klassischer Biere weiter schrumpft. Doch nicht alle haben rechtzeitig reagiert – aktuelle Fälle wie die Insolvenz der Brauerei Leikeim zeigen, welchen Druck verspätete Anpassungen erzeugen.

Die Brauerei Barre setzt zudem auf regionale Identität. Durch die Betonung von Unabhängigkeit und lokaler Verwurzelung will sie sich in einem schrumpfenden Markt behaupten. Branchenweit stiegen die Insolvenzzahlen 2025 auf 17.604 – wie viele davon auf Brauereien entfallen, bleibt unklar.

Die Zukunft der Braubranche hängt nun von der Anpassungsfähigkeit ab. Während Barre und die Bielefelder Braumanufaktur auf alkoholfreies Bier und Gemeinschaftsbindung setzen, um sinkende Verkäufe auszugleichen, bleibt für weniger flexible Betriebe das Risiko der Schließung hoch – solange sich die Konsumgewohnheiten weiter wandeln.

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AKTUALISIERUNG

Neue Daten enthüllen das Ausmaß des Zusammenbruchs der Bierverkäufe in Deutschland bis 2025

Die deutschen Brauereien stehen vor einer historischen Krise, da die Verkaufszahlen für das Jahr 2025 einen Rückgang von 6,0 % auf 7,8 Milliarden Liter zeigen – den niedrigsten Stand seit 1993. Wichtige Details sind:

  • Inlandsverkäufe sanken um 5,8 % auf 6,4 Milliarden Liter
  • Exporte sanken um 7,0 % auf 1,4 Milliarden Liter
  • Der 18,9-prozentige Rückgang seit 2015 bedeutet eine Verringerung um 1,8 Milliarden Liter
  • Alkoholfreies Bier ist von diesen offiziellen Statistiken ausgenommen