02 April 2026, 14:17

Thüringen kämpft mit Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den Prozentsatz von unteralterigen Teenagern in jedem Bundesstaat angeben, mit einer Bildunterschrift, die besagt: "Unteralterige Teenager können wegen einvernehmlichen Sex in die Sex-Täter-Liste aufgenommen werden" am unteren Rand.

Thüringen kämpft mit Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen rückt digitale sexualisierte Gewalt in den Fokus

Ein dreijähriges Modellprojekt in Thüringen hat das Thema digitale sexualisierte Gewalt in den Mittelpunkt gerückt. Yasmina Ramdani leitete Workshops an Schulen und erreichte dabei rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse. Die Initiative, finanziert vom Landesjugendamt, war die erste dieser Art und dieses Umfangs in Deutschland.

Ziel des Projekts war es, ein wachsendes Problem anzugehen: Fast die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland gibt an, bereits digitale sexualisierte Gewalt erlebt zu haben. Dazu zählt auch Cybergrooming, bei dem Täter über Chats das Vertrauen von Minderjährigen gewinnen, um sie anschließend zu belästigen oder zu missbrauchen. 2025 berichtete fast jedes vierte Kind, mit solchen Erfahrungen konfrontiert gewesen zu sein.

Viele Vorfälle ereignen sich in Freundeskreisen oder Klassenchats – oft aus Naivität und nicht aus böser Absicht. Lehrkräfte erkennen das Problem, fühlen sich aber häufig überfordert. Ramdanis Workshops ermutigten die Jugendlichen, über Grenzen zu sprechen und das eigene Verhalten zu reflektieren.

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Das Thema erhielt zusätzliche Aufmerksamkeit, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, öffentlich der digitalen Gewalt beschuldigt hatte. Fachleute betonen, dass Prävention weitaus kostengünstiger ist als die Bewältigung der langfristigen Folgen solcher Vorfälle. Dennoch gibt es trotz des Erfolgs des Projekts keine bundesweiten Daten darüber, wie viele Schulen seitdem ähnliche Programme eingeführt haben.

Das Thüringer Pilotprojekt unterstrich die Notwendigkeit früher Aufklärung über digitale Grenzen. Schulen und Eltern stehen nun vor der Herausforderung, diese Bemühungen fortzuführen. Ohne eine flächendeckende Umsetzung bleiben viele junge Menschen weiterhin dem Risiko digitaler Gewalt ausgesetzt.

Quelle