17 June 2026, 19:23

Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke: Warum die Behörde sie stoppte

Deutsche Apotheken-Beamte verbieten Arzt-Cube in Apotheke

Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke: Warum die Behörde sie stoppte

Jürgen Schäfer bereitet die Übergabe der Franziskus-Apotheke in Winterberg an seine angestellte Apothekerin Jasmin Ennulath vor. Die Apotheke sollte mit einer Telemedizin-Kabine des Anbieters Medivise wiedereröffnen, doch die Aufsichtsbehörden haben die Installation untersagt.

Die geplante Kabine sollte den Apothekenalltag unterstützen – etwa bei der Bearbeitung von Wiederholrezepten. Schäfer sah darin zahlreiche Vorteile, um Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten.

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Die zuständige Apothekerkammer argumentiert jedoch, dass eine Arztkabine innerhalb einer Apotheke gegen geltende Vorschriften verstößt. Sie wirft dem Vorhaben vor, es könnte eine unzulässige Patientenlenkung darstellen. Die Kammer ging sogar so weit, Ennulath mit dem Entzug ihrer Approbation zu drohen, falls sie die Kabine dennoch installieren ließe.

Medivise, der Betreiber der Telemedizin-Kabine, betont hingegen, dass das System alle pharmazeutischen, datenschutzrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen erfülle. Zudem verweist das Unternehmen darauf, dass ähnliche Kabinen bereits in anderen Apotheken ohne Beanstandungen der Behörden im Einsatz seien. Das deutsche Digitale-Versorgung-Gesetz erlaube ausdrücklich telemedizinische Assistenzleistungen in Apotheken – eine Position, die Medivise stützt.

Durch die Entscheidung der Apothekerkammer bleibt die Installation der Kabine vorerst blockiert. Ennulath soll die Apotheke dennoch wie geplant im nächsten Jahr übernehmen. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob das Telemedizin-Angebot mit den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen vereinbar ist.

Quelle