06 May 2026, 18:19

Revolutionärer Filter gegen Mikroplastik aus Waschmaschinen – inspiriert von Fischkiemen

Nahaufnahme einer braunen und schwarzen Seeohrschnecke auf einem Plastikbehälter mit Wassertropfen.

Revolutionärer Filter gegen Mikroplastik aus Waschmaschinen – inspiriert von Fischkiemen

Forschende der Universität Bonn haben einen neuartigen Filter entwickelt, der die Mikroplastikbelastung durch Waschmaschinen bekämpfen soll. Das Gerät, inspiriert von Fischkiemen, entfernt mehr als 99 Prozent der Kunststofffasern aus dem Abwasser. Pro Jahr setzt eine durchschnittliche Haushaltswaschmaschine bis zu 500 Gramm dieser winzigen Partikel in die Umwelt frei.

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Der Filter ahmt das Kiemenreusensystem von Fischen nach und nutzt eine ähnliche Form sowie Maschengröße, um Mikroplastik einzufangen. Tests zeigen, dass er nicht verstopft und dabei eine hohe Effizienz beibehält. Bisher gelangen diese Partikel in Kläranlagen, wo sie im Klärschlamm landen, der oft als Dünger wiederverwendet wird.

Die Universität Bonn und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik haben die Technologie patentiert. Nun werden Hersteller aufgefordert, das System zu übernehmen und für künftige Waschmaschinenmodelle weiterzuentwickeln. Bei flächendeckender Einführung könnte der Filter die Mikroplastikverschmutzung durch synthetische Textilien deutlich verringern.

Mikroplastik wurde bereits in menschlichen und tierischen Geweben nachgewiesen, was Bedenken hinsichtlich langfristiger Gesundheitsfolgen aufwirft. Die neue Lösung zielt auf eine der größten Quellen dieser Schadstoffe ab: die Haushaltswäsche.

Das Design des Filters bietet eine praktische Möglichkeit, die Mikroplastikemissionen aus Waschmaschinen zu reduzieren. Mit weiterer Entwicklung könnte er zur Standardausstattung neuer Geräte werden – und so helfen, die Ausbreitung von Kunststofffasern in Gewässer, Böden und letztlich in lebende Organismen einzudämmen.

Quelle