Regionalflughäfen kämpfen ums Überleben – EU-Streichung der Beihilfen bedroht wichtige Strecken
Valeria TrubRegionalflughäfen kämpfen ums Überleben – EU-Streichung der Beihilfen bedroht wichtige Strecken
Regionale Flughäfen in Deutschland geraten unter finanziellen Druck – EU-Beihilferegeln verschärfen die Lage
Ab April 2027 werden staatliche Betriebsbeihilfen für regionale Flughäfen nicht mehr erlaubt sein – eine Maßnahme, die viele kleinere Airports in ihrer Existenz bedroht. Besonders brisant: Die Zukunft der Strecke Münster/Osnabrück–München sorgt nun bei Unternehmen und Politikern für Besorgnis.
Derzeit prüft die Lufthansa, ob die Verbindung von Münster Osnabrück nach München wirtschaftlich weiter tragbar ist. Eine mögliche Streichung hätte weitreichende Folgen, denn lokale Betriebe sind auf die Verbindung für Geschäftsreisen angewiesen. Ann-Katrin Weidling, Geschäftsführerin des Industrieunternehmens WEICON, betont, wie stark ihr Unternehmen auf den Flughafen angewiesen ist.
Mehrere CDU-Abgeordnete haben Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Klaus Klingbeil aufgefordert, die Strecke zu erhalten. Der Appell kommt zu einer Zeit, in der der Flughafen Münster Osnabrück jährlich rund 3,5 Millionen Euro an Darlehen von seinen kommunalen Gesellschaftern erhält. Gleichzeitig verzeichnete der Flughafen Dortmund 2024 ein Minus von 1,8 Millionen Euro – gedeckt allein durch öffentliche Mittel.
Bundesverkehrsminister Oliver Krischer unterstützt zwar die strengeren EU-Vorgaben, kritisiert aber, dass Deutschland keinen Konsolidierungsplan für die Flughäfen vorlege. Hohe Betriebskosten verschärfen die Situation zusätzlich: Allein die Gebühren für einen Airbus A320 liegen bei etwa 5.000 Euro – deutlich höher als in anderen europäischen Ländern. Der Luftfahrtexperte Christoph Brützel zweifelt zudem daran, ob eine Senkung der Luftverkehrsabgabe den kämpfenden Flughäfen spürbar entlasten würde.
Der Wegfall der Subventionen und steigende Kosten gefährden wichtige Verbindungen wie die Strecke Münster/Osnabrück–München. Ohne Gegenmaßnahmen warnen Unternehmen vor wachsenden Wettbewerbsnachteilen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der politische Druck ausreicht, um die Zukunft der Verbindung zu sichern.






