Rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend kurzfristig abgesagt
Adriana SchachtRechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend kurzfristig abgesagt
Eine geplante rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend wurde abgesagt. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit dem anhaltenden Streit um das Grab des Neonazis Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt in Dortmund. In diesem Jahr hatte es in der Stadt wiederholt Versammlungen rechtsextremer Gruppen gegeben, die mit der gleichen Thematik verbunden waren.
Unterdessen bleibt eine Gegenkundgebung des Bündnisses „Kein Meter den Nazis“ für denselben Tag wie geplant angesetzt.
Der Konflikt begann mit der Beisetzung Borchardts, einer bekannten Figur der Neonazi-Szene, in Dortmund. Die Stadtverwaltung verweigerte ihm ein namentlich gekennzeichnetes Grab, aus Sorge, es könnte zu einer Pilgerstätte für Extremisten werden. Diese Entscheidung löste 2023 mehrere Demonstrationen aus, bei denen sich rechtsextreme Gruppen dreimal in Dortmund versammelten.
Auch das Oberverwaltungsgericht Münster entwickelte sich in diesem Jahr zu einem Brennpunkt der Proteste. Kürzlich hatten Rechtsextreme dort eine Kundgebung für Heiligabend angemeldet. Die Organisatoren zogen ihren Antrag jedoch zurück, bevor die Veranstaltung stattfand.
Als Reaktion darauf hatte das Bündnis „Kein Meter den Nazis“ bereits eine Gegenkundgebung für denselben Termin angemeldet. Die Gruppe begrüßte zwar die Absage der extremistischen Demonstration, bestätigte aber, dass ihre eigene Kundgebung wie geplant stattfinden werde.
Die Absage der rechtsextremen Demonstration entschärft einen Konfliktpunkt in der Auseinandersetzung um Borchardts Grab. Die Entscheidung Dortmunds, eine gekennzeichnete Grabstätte zu verweigern, bleibt bestehen – mit dem Ziel, künftige Neonazi-Versammlungen zu verhindern. Die Gegenkundgebung an Heiligabend wird stattfinden und damit den Widerstand gegen extremistische Aktivitäten in der Region aufrechterhalten.






