19 March 2026, 16:22

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Schwarze und Wei├če Zeitung vom 'Berliner Wespen, 6. August 1875' mit einer Gruppe von Menschen in Not, einige schauen entsetzt nach oben und andere verwirrt nach unten.

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste an diesem Donnerstag gegen geplante Honorarkürzungen vor. Die Reduzierungen, die ab April 2026 in Kraft treten sollen, lösen Sorgen über eine weitere Verschlechterung des Zugangs zu psychotherapeutischer Versorgung aus. Fachverbände warnen, dass die finanzielle Belastung noch mehr Therapeuten in die Privatpraxis drängen könnte – mit der Folge, dass gesetzlich Versicherte noch länger auf Behandlungsplätze warten müssten.

Ab dem 1. April 2026 werden die Krankenkassen die Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent kürzen. Dies trifft eine Berufsgruppe, die ohnehin schon das geringste Einkommen aller medizinischen Fachrichtungen in Deutschland erzielt. Die Psychotherapeutenkammer NRW hat sich zu Wort gemeldet und betont, dass die Kürzungen ein System weiter belasten werden, in dem Patientinnen und Patienten bereits im Schnitt fünf Monate auf einen Ersttermin warten.

Hinzu kommt der Mangel an Kassensitzen – den von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierten Psychotherapie-Plätzen. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland etwa 7.000 solche Zulassungen, wobei ländliche Regionen besonders betroffen sind, unter anderem wegen veralteter Planungsvorgaben und regionaler Versorgungslücken. Die Übernahme eines Kassensitzes kann bis zu 50.000 Euro kosten, was den Berufseinstieg für Nachwuchskräfte zusätzlich erschwert.

In ganz NRW, darunter in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld, werden am Donnerstag Demonstrationen stattfinden. Die Therapeuten befürchten, dass die Gebührenkürzungen noch mehr Kolleginnen und Kollegen dazu veranlassen werden, sich auf Privatpatienten zu konzentrieren, wo die Verdienstmöglichkeiten höher sind. Dies könnte dazu führen, dass gesetzlich Versicherte noch länger auf eine Behandlung warten müssen.

Die geplanten Honorarkürzungen kommen zu einer Zeit, in der die Wartezeiten auf Therapieplätze ohnehin schon hoch sind. Angesichts der knappen Kassensitze und der steigenden Kosten für deren Übernahme droht der Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung weiter zu schrumpfen. Die Proteste unterstreichen die wachsende Sorge um die Zukunftsfähigkeit der psychotherapeutischen Versorgung unter den aktuellen Finanzierungsbedingungen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle