Protest gegen Sozialkürzungen: Aktivisten fordern Solidarität statt Zwangsarbeit in Dortmund
Adriana SchachtProtest gegen Sozialkürzungen: Aktivisten fordern Solidarität statt Zwangsarbeit in Dortmund
Rund 50 Aktivistinnen und Aktivisten versammelten sich am Samstag vor dem Dortmunder Jobcenter, um gegen geplante Kürzungen bei Sozialleistungen zu protestieren. Die unter dem Motto „Solidarität statt Zwangsarbeit“ organisierte Kundgebung forderte mehr Respekt und Unterstützung für Arbeitslose und einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger. Die Organisatoren vom Hartz Café Dortmund wollten damit denen eine Stimme geben, die mit Armut und Arbeitslosigkeit kämpfen.
Die Demonstranten kritisierten die Regierungspläne zur Senkung von Sozialhilfezahlungen scharf und warnten, dass solche Maßnahmen benachteiligte Gruppen noch weiter in die Not treiben würden. Luca, einer der Veranstalter, betonte, dass die Kürzungen Familien in die Situation bringen könnten, sich Miete oder die Versorgung ihrer Kinder nicht mehr leisten zu können. Er bezeichnete die aktuelle Debatte als Angriff auf Menschen, die ohnehin bereits mit finanzieller Instabilität zu kämpfen hätten.
Die Anwältin Steffi Eulitz, die ebenfalls an der Kundgebung teilnahm, wies auf die extremen Schwierigkeiten hin, mit denen marginalisierte Gruppen konfrontiert sind – darunter Drogenabhängige, Obdachlose sowie ältere oder kranke Menschen. Sie lehnte Pauschalierungen bei den Wohnkostenzuschüssen ab und argumentierte, dass diese die realen Lebenshaltungskosten ignorierten und langfristig sogar höhere Ausgaben verursachen könnten. Eulitz warnte, dass starre Systeme die vielfältigen Bedürfnisse der Leistungsbeziehenden nicht ausreichend berücksichtigten.
Christopher Davis, Sekretär der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAU, deutete die Sozialkürzungen als gezielte Strategie, um Menschen in prekäre Arbeitsverhältnisse zu drängen. Er rief die Öffentlichkeit dazu auf, die Verschärfung der Sozialgesetze zu erkennen und weiteren Einschränkungen Widerstand entgegenzusetzen. Ein weiterer Organisator, Alexander, betonte, dass der Protest Menschen unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus vereinen solle, und lehnte Versuche ab, sie gegeneinander auszuspielen.
Die Demonstration endete mit Appellen an ein breiteres öffentliches Bewusstsein und kollektives Handeln gegen den Sozialabbau. Die Organisatoren kündigten an, weiterhin gegen Politiken zu kämpfen, die die Lebensbedingungen von Arbeitslosen verschlechtern. Sie unterstrichen, wie wichtig Solidarität sei, um zu verhindern, dass weitere Kürzungen die soziale Ungleichheit vertiefen.






