Pflegereform 2026: Warum häusliche Betreuung Familien in den Ruin treibt
Adriana SchachtPflegereform 2026: Warum häusliche Betreuung Familien in den Ruin treibt
Deutschlands Pflegesystem: Zwischen Heim und häuslicher Betreuung – Reformdruck bis 2026
Das deutsche Langzeitpflegesystem gibt Betroffenen die Wahl zwischen stationärer Unterbringung und ambulanter Betreuung zu Hause. Viele entscheiden sich für das vertraute Umfeld – oft übernehmen Angehörige die Hauptverantwortung als pflegende Familienmitglieder. Doch steigende Kosten und finanzielle Belastungen haben Forderungen nach einer grundlegenden Reform bis Ende 2026 laut werden lassen.
Nach deutschem Recht hat die häusliche Pflege Vorrang vor Heimplätzen. Aktuell werden 85,9 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, mehr als die Hälfte ausschließlich durch Familienangehörige. Doch diese Entscheidung geht häufig mit hohen Eigenanteilen einher.
Die monatlichen Zusatzkosten für die Pflege daheim variieren stark: Sie reichen von 340 Euro bis über 7.440 Euro, im Median liegen sie bei 2.085 Euro – allesamt nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt. Anders als in Pflegeheimen sinken diese Ausgaben mit der Zeit nicht, selbst wenn der Pflegebedarf gleich bleibt.
Zum Vergleich: Heimbewohner zahlten 2026 im ersten Jahr durchschnittlich 3.245 Euro pro Monat – ein Anstieg um neun Prozent gegenüber 2025. Dennoch kann die häusliche Pflege deutlich teurer werden, besonders bei schwerer Pflegebedürftigkeit. Der Bundesverband der Angehörigenpflege spricht von einem "skandalösen Ungleichgewicht" zwischen den Kosten für ambulante und stationäre Versorgung und verweist auf die Belastung durch unbezahlte Familienarbeit sowie direkte Dienstleistungskosten.
Die Bundesregierung hat nun einen Fahrplan vorgelegt: Bis Ende 2026 soll das System grundlegend reformiert werden. Ziel ist ein bezahlbares und zukunftsfähiges Modell für die Langzeitpflege – unabhängig vom Setting.
Die Reform soll die wachsende finanzielle Überlastung von Familien und Pflegebedürftigen abfedern. Da die häusliche Versorgung oft teurer ist als ein Heimplatz, stehen Anpassungen an, um Bezahlbarkeit und Zugang zu vereinbaren. Nun muss die Regierung bis zur Frist 2026 konkrete Lösungen vorlegen.