14 June 2026, 04:14

P-Konten in der Kritik: Warum Betroffene monatelang auf ihr Geld warten müssen

Telefonische Sprechstunden        Caritas stellt Probleme mit P-Konten zur Diskussion

P-Konten in der Kritik: Warum Betroffene monatelang auf ihr Geld warten müssen

Pfändungsschutzkonten (P-Konten) in Deutschland stehen während der Aktionswoche Schuldnerberatung in der Kritik

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) weist auf anhaltende Probleme im System hin. Viele Betroffene leiden unter längerfristigen finanziellen Engpässen, weil Gelder unnötig lange blockiert bleiben.

In Deutschland werden monatlich zwischen 300.000 und 350.000 Girokonten gepfändet. Bei einer Kontopfändung sperren Banken zunächst den gesamten Kontostand. Betroffene müssen ihr Konto aktiv in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln, um Zugang zu den freigestellten Beträgen zu erhalten.

Schuldnerberater:innen der Caritas Kempen-Viersen, die Standorte in Viersen, Dülken und Schwalmtal betreibt, berichten von häufigen Verzögerungen bei dieser Umstellung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Freibeträge würden von Banken oft nicht rechtzeitig berücksichtigt, sodass Kontoinhaber:innen keinen Zugang zu dringend benötigten Mitteln hätten.

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Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas in Viersen, kritisiert die rechtlichen Unklarheiten im aktuellen System. Sie fordert klare Standards für Banken, besser geschultes Personal und konsequente Sanktionen bei Verstößen. Zudem plädiert sie für leicht zugängliche Unterstützungsangebote für Betroffene. Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine telefonische Beratungsstunde an.

Die AG SBV drängt auf politische Maßnahmen, um einen wirksamen Pfändungsschutz durchzusetzen. Ohne Reformen werden viele Menschen weiterhin unnötige finanzielle Belastungen durch verzögerte oder fehlerhafte Bearbeitung tragen müssen. Die Veranstaltungen der Woche sollen die Öffentlichkeit sensibilisieren und Veränderungen anstoßen.

Quelle