Oktoberfest in München: Traum für Touristen, Albtraum für Anwohner wie Martin Stanek
Recep WohlgemutOktoberfest in München: Traum für Touristen, Albtraum für Anwohner wie Martin Stanek
Jedes Jahr verwandelt das Münchner Oktoberfest die Theresienwiese in ein Meer aus Menschen, Musik und Feierlaune. Doch für Anwohner wie Martin Stanek, der mit seiner Familie in der Nähe lebt, bedeutet das Volksfest auch Lärm, Dreck und tägliche Störungen. Zwar schätzt er das Event, doch die Schattenseiten – von betrunkenen Besuchern bis hin zu Vermüllung – lassen ihn nach strengeren Regeln und mehr Ruhe sehnen, sobald es vorbei ist.
Offiziell dauert das Oktoberfest 16 bis 18 Tage, beginnend an einem Samstag Ende September und endend am ersten Sonntag im Oktober. Die Tradition geht auf das Jahr 1810 zurück, als die Hochzeitsfeierlichkeiten von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese etwa zwei Wochen andauerten. Heute ist die Dauer des Festes auf gutes Wetter und logistische Erfordernisse abgestimmt.
Für Stanek bedeutet das Fest vor allem eines: permanente Beeinträchtigungen. Betrunkene Besucher liegen oft auf den Gehwegen vor seinem Haus, hinterlassen zerbrochene Blumentöpfe und Glasscherben. Urinflecken und sogar Kot finden sich täglich vor seiner Tür – etwas, das ihn immer noch entsetzt. Lärm, grelle Lichter und Martinsiren verstärken das Chaos.
Prominente wie die Kaulitz-Brüder oder angetrunkene Fußballer wurden bereits in seiner Straße gesichtet. Stanek ist überzeugt, dass mehr Polizeipräsenz und eine bessere Steuerung der Besucherströme – etwa bei Taxis und Fahrradrikschas – die Probleme lindern könnten. Anwohner können Verschmutzungen zwar online über machmuenchenbesser.de melden, doch die Zustände bleiben.
Wenn dann der erste Montag nach der Wiesn anbricht, empfindet Stanek Erleichterung. Zwar vermisst er die lebhafte Atmosphäre, doch die Rückkehr zur Normalität ist eine willkommene Abwechslung.
Das Oktoberfest bleibt ein geliebter Brauch, doch für Einheimische wie Stanek ist die Bilanz zwiespältig. Dreck, Krawall und Lärm stellen sie täglich auf die Probe – selbst wenn das Fest Besucher aus aller Welt anzieht. Nach fast drei Wochen der Störungen ist die anschließende Stille eine dringend benötigte Verschnaufpause.






