17 March 2026, 16:25

NRW verschärft Wohnungsgesetz gegen Slums und Ausbeutung von Mietern

Plakat mit der Aufschrift "Landflucht auf abgenutztem Boden" bewirbt Umsiedlungsmöglichkeiten, zeigt eine Person vor einem Haus mit Bäumen.

Wie NRW den Missbrauch von Wohnungen mit Schrottimmobilien stoppt - NRW verschärft Wohnungsgesetz gegen Slums und Ausbeutung von Mietern

Nordrhein-Westfalen will mit neuem Gesetz gegen Ausbeutung und Slum-Bedingungen im Wohnungsmarkt vorgehen

Die Landesregierung hat das Gesetz für faires Wohnen auf den Weg gebracht, das sich gegen den Missbrauch von Wohnraum und mangelhafte Arbeiterunterkünfte richtet. Sollte der Landtag zustimmen, könnte das Gesetz bereits im Herbst in Kraft treten.

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Das Vorhaben verschärft die Regeln für Vermieter und Eigentümer. Kommunen erhalten künftig das Recht, Mietwohnungen registrieren zu lassen und Qualitätskontrollen durchzuführen. Eine zentrale Neuerung ist die Senkung der Grenze für Kurzzeitvermietungen von 90 auf 56 Tage pro Jahr – ein Schritt, der der massenhaften Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen entgegenwirken soll.

Behörden bekommen schärfere Eingriffsbefugnisse bei Problemimmobilien, darunter die Möglichkeit einer Zwangsverwaltung oder – in Extremfällen – einer Enteignung, allerdings nur als letztes Mittel unter strengen Auflagen. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro geahndet werden.

Das Gesetz zielt zudem auf Sozialbetrug ab, indem es erweiterte Meldepflichten und einen besseren Datenaustausch vorschreibt. Anlass sind Fälle wie in Vreden und Rasefeld, wo sich Betrüger als Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes ausgaben, um illegal in Wohnungen zu gelangen. Das Land prüft darüber hinaus, ob auf Bundesebene Lücken im Sozialrecht geschlossen werden müssen.

Hintergrund des Vorhabens sind jahrelange Berichte über überbelegte, unsichere Wohnverhältnisse – ähnlich wie in den sogenannten Europahäusern. Erstmals werden ausbeuterische Wohnpraktiken damit explizit unter Strafe gestellt.

Das Gesetz für faires Wohnen soll die Lebensbedingungen verbessern und den Missbrauch von Wohnraum verhindern. Mit strengeren Kontrollen, höheren Strafen und neuen Durchsetzungsinstrumenten könnte es die Wohnstandards in der Region nachhaltig verändern. Die endgültige Verabschiedung und Umsetzung werden in den kommenden Monaten erwartet.

Quelle