NRW setzt auf flächendeckende Videoüberwachung im Nahverkehr gegen Gewaltwelle
Adriana SchachtNRW setzt auf flächendeckende Videoüberwachung im Nahverkehr gegen Gewaltwelle
Überwachung im Verkehrsnetz Nordrhein-Westfalens wird massiv ausgebaut
In Nordrhein-Westfalen wird die Videoüberwachung im öffentlichen Nahverkehr rasant ausgeweitet. Ein vom Land gefördertes Programm zur Installation von Kameras an 100 kleineren und mittelgroßen Bahnhöfen steht kurz vor dem Abschluss. Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund steigender Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Allein im vergangenen Jahr wurden über 1.300 Bedrohungen und 905 körperliche Angriffe registriert.
Mittlerweile sind rund 90 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge in NRW mit Videosystemen ausgestattet. Künftige Nachrüstungen sollen sicherstellen, dass jeder Zug lückenlos überwacht wird – die Aufnahmen werden in der Cloud gespeichert, und künftig könnte KI dabei helfen, Risikosituationen automatisch zu erkennen.
Auch im Busverkehr setzt sich der Trend fort: Neue Fahrzeuge sind serienmäßig mit Kameras ausgestattet, und bestehende Flotten werden nachgerüstet, um die gesamten Innenräume zu überwachen.
Körperkameras gehören inzwischen zur Standardausrüstung von Sicherheitskräften in Zügen und auf Bahnhöfen. Einige Verkehrsunternehmen stellen sie ihren Mitarbeitern zudem auf freiwilliger Basis zur Verfügung. Pilotprojekte im Rheinland zeigen, dass die Kameras zur Deeskalation beitragen: Oft reicht bereits die Ankündigung der Aufnahme, um aggressives Verhalten zu unterbinden.
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat diese Informationen in einer Umfrage unter Verkehrsverbünden und Betreibern zusammengestellt.
Ziel des Ausbaus ist es, die Sicherheit für Fahrgäste und Personal zu erhöhen. Die Kameras in Zügen, Bussen und auf Bahnhöfen sollen abschreckend wirken und im Ernstfall als Beweismittel für Ermittlungen dienen. Die Maßnahmen knüpfen an bestehende Systeme an, die im NRW-Schienennetz bereits weit verbreitet sind.
