NRW investiert 10 Milliarden – doch die Kritik an der Bildungspolitik bleibt laut
Vito NeureutherNRW investiert 10 Milliarden – doch die Kritik an der Bildungspolitik bleibt laut
Nordrhein-Westfalen hat ein Investitionspaket in Höhe von 10 Milliarden Euro für Städte und Gemeinden vorgestellt – die Hälfte davon ist für den Bildungsbereich vorgesehen. Die Mittel sollen Schulen, Kitas und Ganztagsangebote fördern. Kritiker monieren jedoch, dass die Summe nicht ausreicht, um die langjährigen Defizite in der frühkindlichen Bildung zu beheben.
Der familienpolitische Sprecher der SPD, Dennis Maelzer, äußerte Bedenken hinsichtlich der Mittelverteilung. Sein Vorwurf: Das aktuelle Finanzierungsmodell drohe, ungleiche Betreuungsstandards in der gesamten Region zu zementieren.
Die Ankündigung der Landesregierung geriet in die Kritik, nachdem Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) den 10-Milliarden-Fonds bestätigt hatten. Davon sind zwar 5 Milliarden Euro für den Bildungssektor reserviert – doch Maelzer hält den Betrag für unzureichend, um die drängendsten Probleme zu lösen.
Seine Kritik richtet sich auch gegen die jüngste Reform des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz), das er seit seiner Einführung 2008 als "Dauerbaustelle" bezeichnet. Besonders umstritten ist das sogenannte "Kernzeitenmodell", bei dem nicht pädagogisch qualifiziertes Personal Kinder außerhalb der regulären Betreuungszeiten beaufsichtigt. Maelzer warnt vor einer "Zwei-Klassen-Betreuung", bei der die Qualität je nach kommunalem Budget variiert.
Statt die Öffnungszeiten von Kitas auszuweiten, schlägt er vor, die Landeszuschüsse in die Ausbildung umzulenken. Die Fördersätze für die praxisintegrierte Erzieherausbildung seien seit fünf Jahren unverändert geblieben, betont er. In einem Interview mit dem WDR forderte Maelzer eine sofortige Anhebung dieser Sätze, um die Fachkraftqualität zu verbessern.
Die Debatte wurde am 22. Oktober 2025 in der WDR-5-Sendung Westblick – aktuell aufgegriffen. Das Magazin analysierte das NRW-Investitionspaket und die Forderungen nach mehr Ausbildungsförderung in der Frühpädagogik. Maelzers Aussagen wurden dabei durch eigene Recherchen und Berichte des WDR gestützt.
Die 5 Milliarden Euro für den Bildungsbereich sind Teil eines umfassenden 10-Milliarden-Infrastrukturprogramms für die Kommunen in NRW. Doch Maelzers Warnungen deuten darauf hin, dass die Reformen die strukturellen Probleme in der Kinderbetreuung nicht lösen werden. Ohne Anpassungen bei der Ausbildungsfinanzierung und den Personalkriterien könnten die Qualitätsunterschiede in der Betreuung regional weiter bestehen.






