Mordprozess in Neuss: Ukrainer bestreitet Beteiligung am Tod eines Obdachlosen
Valeria TrubTod eines Obdachlosen - Angeklagter bestreitet Vorwürfe - Mordprozess in Neuss: Ukrainer bestreitet Beteiligung am Tod eines Obdachlosen
Ein 46-jähriger ukrainischer Staatsbürger mit griechischem Pass steht in Neuss wegen des gemeinschaftlichen Mordes an einem 56-jährigen Obdachlosen vor Gericht. Der Angeklagte bestreitet jede Beteiligung an dem Tod des Mannes, der in der Nähe des Rheinufers verübt wurde. Der Fall nahm eine dramatische Wende, nachdem der mutmaßliche Komplize, ein 39-Jähriger, sich während der Untersuchungshaft das Leben nahm.
Im Mittelpunkt des Prozesses steht der Tod des 56-Jährigen, der leblos in seinem Zelt aufgefunden wurde. Der Angeklagte sagte aus, er habe den Mann nach einem Streit über die Platzierung des Zelts zwischen dem Opfer und dem 39-Jährigen entdeckt. Er behauptete, das Opfer sei in der Nähe des Flussufers mehrmals gestürzt und habe dabei schwere Verletzungen erlitten.
Polizei und Staatsanwaltschaft wiesen diese Darstellung jedoch zurück. Forensische Gutachten ergaben keine Hinweise darauf, dass die Verletzungen durch Stürze verursacht worden seien. Die Ermittlungen kamen zu dem Schluss, dass die Wunden des Opfers mit einer solchen Erklärung nicht vereinbar seien. Dennoch stellte die Staatsanwaltschaft Wuppertal das Verfahren gegen den Angeklagten 2023 ein – mit der Begründung, es gebe nicht genug Beweise für eine Anklage.
Der Angeklagte beharrt darauf, er habe dem Verletzten lediglich geholfen und ihn gemeinsam mit dem 39-Jährigen zurück zu seinem Zelt getragen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-Jährigen jedoch vor, das Opfer zunächst angegriffen zu haben, während sich der Angeklagte später an der Tat beteiligt habe. Der Prozess, in dem bereits entscheidende Entwicklungen stattfanden, wird mit fünf weiteren Verhandlungsterminen bis Mitte Dezember fortgesetzt.
Der Fall verläuft nun ohne den mutmaßlichen Komplizen, dessen Tod in Haft offene Fragen hinterlassen hat. Das Gericht muss klären, ob der Angeklagte eine Rolle bei dem tödlichen Angriff spielte oder ob er – wie von ihm behauptet – einem bereits verletzten Mann lediglich Hilfe leistete. Ein Urteil wird nach den abschließenden Verhandlungen im Dezember erwartet.






