Martin La Roche verwandelt den NKV in einen begehbaren Gedächtnispalast
Adriana SchachtMartin La Roche verwandelt den NKV in einen begehbaren Gedächtnispalast
Ab Ende März wird der Nassauische Kunstverein Wiesbaden (NKV) zum begehbaren Gedächtnispalast – einer immersiven Ausstellung des Künstlers Martin La Roche. Für den chilenischen Künstler handelt es sich dabei um seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Das Projekt verwandelt die Galerie nicht in eine klassische Kunstschau, sondern in einen Ort für Geschichten, Objekte und geteilte Erinnerungen.
Die Ausstellung eröffnet am 28. März 2025 und läuft bis zum 15. Juni. Geöffnet ist sie dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 11 bis 18 Uhr. In der Wilhelmstraße 15 entsteht so ein räumliches Gedächtnismodell, das jeden Raum mit Installation, Klang und Text füllt.
Jeder Bereich erzählt seine eigene Geschichte: Foyer, Spielzimmer, Bibliothek und Videoraum treffen auf die Museumshalle, den Farbenraum, das Archiv, den Wintergarten und den Bestandsraum. Gemeinsam loten sie Themen wie Identität, Kindheit, Verlust und die stille Schönheit des Alltags aus.
Im Zentrum steht die Installation Sandspiel im Spielzimmer, inspiriert von Dora Kalffs Sandspieltherapie. Ein weiteres Highlight ist das Musée Légitime – ein Museum im Hutformat, das 18 Miniatur-Museumshüte und 193 winzige Kunstwerke birgt. La Roches Ansatz macht den NKV zu einem Ort des Gesprächs und des Spiels und verwischt die Grenze zwischen Ausstellung und interaktivem Erlebnis.
Bis Mitte Juni bespielt die Schau sämtliche Räume des NKV-Gebäudes – mit verlängerten Öffnungszeiten am Wochenende. Das Projekt denkt Kunstorte neu: weniger als Präsentation, mehr als gemeinsame Erforschung von Erinnerung und Verbindung.






