Maria Happel und Paula Nocker: Zwei Generationen prägen Wiens Theaterbühnen
Valeria TrubMaria Happel und Paula Nocker: Zwei Generationen prägen Wiens Theaterbühnen
Zwei bedeutende österreichische Schauspielerinnen bereiten sich auf große Theaterproduktionen in Wien vor. Maria Happel steht kurz vor der Premiere von Der heilige Falstaff am Burgtheater, während ihre Tochter Paula Nocker an Mythen des Alltags für das Volkstheater und die Wiener Festwochen arbeitet. Beide Frauen begannen früh mit der Schauspielerei und prägten damit ihre langen Bühnenkarrieren.
Maria Happel hat mehr als die Hälfte ihres Lebens in Wien verbracht und sich zu einer der prägendsten Figuren des österreichischen Theaters entwickelt. Ihr erster Auftritt war mit nur acht Jahren – inszeniert von ihrer eigenen Mutter. Nun steht sie in Der heilige Falstaff auf der Bühne, einer österreichischen Erstaufführung, die von Shakespeares Heinrich IV. inspiriert ist. Die Rolle hat eine Debatte ausgelöst, da Happel infrage stellt, ob es ein „falsch verstandener Feminismus“ sei, ältere Frauen in traditionell männliche Rollen zu besetzen.
Ihr Umgang mit Kritik ist selektiv: Sie liest Rezensionen wie Horoskope – das Lob nimmt sie ernst, das Negative ignoriert sie. Das steht im Kontrast zu ihrer Tochter Paula Nocker, die jedes Feedback willkommen heißt, solange es respektvoll bleibt. Nocker probt derzeit für Mythen des Alltags, eine Koproduktion des Volkstheaters und der Wiener Festwochen.
Happels Karriere war von Höhen und Rückschlägen geprägt. Einmal nahm sie sich eine Auszeit vom Burgtheater, um die Leitung des Reinhardt Seminars zu übernehmen – doch diese Chance ergab sich nie wieder. Dennoch bleibt sie eine zentrale Figur der Wiener Theaterszene. Abseits der Bühne verbindet sie mit Nocker eine enge Beziehung: Beide wohnen im selben Stockwerk.
Die beiden Produktionen markieren ein weiteres Kapitel des theatralischen Erbes der Familie. Der heilige Falstaff und Mythen des Alltags feiern bald Premiere und zeigen ihre unterschiedlichen Herangehensweisen an Performance und Kritik. Ihre Arbeit prägt weiterhin das kulturelle Leben Wiens – auf und hinter der Bühne.






