Lesung zu Femiziden: Wie Gesellschaft Gewalt gegen Frauen verharmlost
Recep WohlgemutLesung zu Femiziden: Wie Gesellschaft Gewalt gegen Frauen verharmlost
Lesung zu geschlechtsspezifischer Gewalt am 25. November 2025 in Lünen
Am 25. November 2025 findet in Lünen eine Lesung zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt statt. Veranstaltet wird die Abendsession vom Büro für Gleichstellung und Frauenangelegenheiten, bei der die Journalistin Julia Cruschwitz ihr Buch "Femizide: Die Tötung von Frauen in Deutschland" im Persiluhr-Treffpunkt der Stadtbibliothek vorstellt.
Die Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung über die Volkshochschule Lünen ist jedoch erforderlich. In ihrem Buch untersucht Cruschwitz, wie gesellschaftliche Einstellungen und Strukturen die Tötung von Frauen wegen ihres Geschlechts oft verharmlosen oder ignorieren. Ihre Recherchen zeigen den systemischen Charakter solcher Gewalt auf.
Laut offiziellen Zahlen wurden 2023 in Deutschland 360 Femizide verzeichnet, fast 70 Prozent davon im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt. Vorläufige Daten für 2024, erhoben von gesine-intervention.de, listen bundesweit 35 bekannte Fälle auf, darunter acht in Nordrhein-Westfalen. Der Bundeskriminalamt-Bericht 2024 bestätigt zwar die Zahlen von 2023, eine vollständige Auswertung für 2024 steht jedoch noch aus.
Heike Tatsch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lünen, betont, dass Gewalt gegen Frauen ein gesellschaftliches – kein privates – Problem sei. Die Lesung wird in Kooperation mit der Volkshochschule Lünen und der Stadtbibliothek (Gartenstraße 4) veranstaltet.
Ziel der Lesung ist es, das Bewusstsein für Femizide und deren gesellschaftliche Auswirkungen zu schärfen. Cruschwitz' Arbeit und aktuelle Statistiken bilden die Grundlage der Diskussion. Die Veranstalter:innen empfehlen eine vorherige Anmeldung für die kostenlose Teilnahme.






