Kushners umstrittenes Resort bedroht Albaniens Wildfluss-Nationalpark und löst Proteste aus
Valeria TrubKushners umstrittenes Resort bedroht Albaniens Wildfluss-Nationalpark und löst Proteste aus
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht plötzlich im internationalen Rampenlicht. Das sonst selten beachtete Land sieht sich derzeit mit Kritik an einem umstrittenen Ferienresort-Projekt konfrontiert, das mit Jared Kushner in Verbindung steht – dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.
Das Vjosa-Narta-Delta, das 2023 als erster Wildfluss-Nationalpark Europas ausgewiesen wurde, beherbergt seltene Rosaflamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Trotz seines Schutzstatus begannen hier die Bauarbeiten für ein Milliardenprojekt, das auf heftigen Widerstand stößt.
Mit pinkfarbenen Flamingo-Ausschnitten demonstrierend, haben die Aktivisten weltweit Medienaufmerksamkeit erregt. Ihre Bewegung, die sich als „Flamingo-Revolution“ bezeichnet, kämpft gegen das Vorhaben. Hinter dem Projekt steht ein Unternehmen mit Verbindungen zu Kushner, dem die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama den Status eines „strategischen Investors“ verliehen hat.
Dieser Status soll angeblich Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen erlassen. Albanien, ein mehrheitlich muslimisches, aber säkulares NATO-Mitglied, strebt seit Langem eine engere Anbindung an westliche Partner an. Seine proamerikanische Haltung passt dabei in die „Peripherie-Strategie“ Israels, das Beziehungen zu nicht-arabischen Staaten am Rande des Nahen Ostens aufbauen will.
Die EU hat wiederholt Korruption und mangelnde Rechtsstaatlichkeit in Albanien kritisiert. Brüssel könnte die Vergabe von Beitrittshilfen an Reformen knüpfen, die mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht sicherstellen.
Die Zukunft des Resorts bleibt ungewiss, während die Proteste wachsen und der internationale Druck zunimmt. Wie die albanische Regierung mit dem Projekt umgeht, könnte die Beziehungen zur EU beeinflussen – denn Brüssel hat die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung an strengere rechtliche und ökologische Auflagen zu binden.






