16 March 2026, 10:19

Kölner Dom: Warum Eintrittsgelder für heftige Kritik sorgen

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom: Warum Eintrittsgelder für heftige Kritik sorgen

Kölner Dom: Streit um geplante Eintrittsgebühren

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, steht wegen Plänen zur Einführung eines Eintrittsgelds in der Kritik. Die Wahrzeichen der Stadt, das jährlich sechs Millionen Besucher anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, gilt als zentrales Symbol Kölns. Nun meldet sich eine ehemalige Dombaumeisterin mit scharfer Kritik an dem Vorhaben zu Wort.

Barbara Schock-Werner, die zuvor die Restaurierung des Doms geleitet hatte, sprach sich entschieden gegen die Gebührenpläne aus. Ein solches Entgelt würde ihrer Meinung nach den offenen und einladenden Charakter des Bauwerks verändern. Der Dom sei ein "missionarisches Angebot der Kirche" und gehöre den Kölner Bürgerinnen und Bürgern.

In den vergangenen Jahren hat der öffentliche Widerstand gegen Eintrittsgelder an historischen Stätten zugenommen. Als 2023 ein ähnlicher Vorschlag für den Kölner Dom aufkam, unterzeichneten über 100.000 Menschen Petitionen dagegen. Medienberichte damals thematisierten die Sorge um eingeschränkten Zugang und warfen den Verantwortlichen eine "Touristensteuer" vor. Die Proteste führten nicht nur in Köln, sondern auch an anderen Orten wie dem Lübecker Holstentor 2024 zur Rücknahme oder Überarbeitung der Pläne.

Schock-Werner teilte diese Bedenken und warnte, dass Gebühren Besucher abschrecken könnten. Sie betonte, dass der Dom als kostenloser, öffentlicher Raum für künftige Generationen erhalten bleiben müsse.

Die Debatte um Eintrittsgelder spiegelt die grundsätzliche Spannung zwischen Finanzierungsbedarf und kulturellem Zugang wider. Frühere Versuche, an deutschen Wahrzeichen Eintritt zu erheben, stießen stets auf starken Widerstand und zwangen die Verantwortlichen oft zum Umdenken. Der Kölner Dom bleibt vorerst kostenfrei zugänglich – doch die Diskussion über seine finanzielle Zukunft geht weiter.

Quelle