Köln und Düsseldorf planen radikale Drogenreform: Crack-Verkauf in Konsumräumen
Adriana SchachtKöln und Düsseldorf planen radikale Drogenreform: Crack-Verkauf in Konsumräumen
Die Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf treiben eine umstrittene Reform der Drogenpolitik voran. Stephan Keller und Torsten Burmester wollen den Verkauf kleiner Mengen harter Drogen in kontrollierten Einrichtungen erlauben. Sie argumentieren, dass dies die Kriminalität verringern und die Belastung in öffentlichen Räumen mindern könnte.
Crack ist in deutschen Großstädten zur am häufigsten konsumierten illegalen Droge geworden und hat Heroin überholt. In Städten wie Hamburg, Berlin, Frankfurt, Köln und Dortmund hat sich die Verbreitung stark erhöht. Eine Crack-Sucht führe oft zu aggressivem Betteln, Diebstahl und Prostitution, so Stephan Keller.
Im Mai wandten sich Keller und Burmester an den Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Benjamin Limbach, mit der Bitte, die Rechtmäßigkeit des Mikrohandels in Drogenkonsumräumen zu prüfen. Ihr Plan sieht vor, dass schwerstabhängige Konsumenten in speziellen Räumlichkeiten unter medizinischer Aufsicht harte Drogen kaufen und verkaufen können. Besonders betroffen ist der Kölner Neumarkt, wo Anwohner und Unternehmen stark unter den Folgen des Drogenkonsums leiden, wie Torsten Burmester betont.
Die Oberbürgermeister sind überzeugt, dass eine bundesweite Änderung des Betäubungsmittelgesetzes ihr Vorhaben legalisieren könnte. Sie hoffen, dass dieser Ansatz die Not in Gebieten wie dem Neumarkt lindert und die Sicherheit für alle verbessert. Ziel des Vorschlags ist es, die mit Drogensucht verbundene Kriminalität zu reduzieren und schwerstabhängigen Menschen ein kontrolliertes Umfeld zu bieten. Nun warten die Oberbürgermeister auf eine rechtliche Einschätzung, um ihren Plan voranzutreiben.






