Kirchenaustritte in NRW sinken – doch die katholische Kirche schrumpft weiter
Recep WohlgemutKirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken – doch die katholische Kirche schrumpft weiter
Im Jahr 2025 traten in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen aus der katholischen Kirche aus als im Vorjahr. Der Rückgang der Austritte ging mit einem leichten Anstieg der Erwachsenentaufen und der Gottesdienstbesuche im Erzbistum Köln einher. Dennoch sank die Gesamtzahl der Katholiken in der Region weiter.
Laut offiziellen Zahlen verließen 2025 insgesamt 84.440 Katholiken formal die Kirche in Nordrhein-Westfalen – ein leichter Rückgang gegenüber 86.946 Austritten im Jahr 2024. Zusammen mit den Austritten aus der evangelischen Kirche verringerte sich die Gesamtzahl von 160.469 auf 152.783 im gleichen Zeitraum.
Trotz des allgemeinen Rückgangs verzeichnete das Erzbistum Köln einige positive Entwicklungen: Die Zahl der Erwachsenentaufen stieg von 199 im Jahr 2024 auf 315 im Jahr 2025. Auch die Teilnahme an wöchentlichen Messfeiern nahm zu – 94.638 Gläubige besuchten 2025 die Gottesdienste, gegenüber 90.694 im Vorjahr. Im Durchschnitt nehmen derzeit sechs Prozent der Katholiken im Erzbistum an den Sonntagsgottesdiensten teil, einschließlich der Vorabendmessen am Samstag.
Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Trends als ermutigend und verwies auf das wachsende Engagement einiger Gläubiger. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hingegen bezeichnete die Fortschritte als oberflächlich und warnte, dass das tiefe Misstrauen gegenüber der Kirche weiterhin ein ernstes Problem bleibe.
Langfristig zeigt sich ein kontinuierlicher Mitgliederschwund. Seit dem Jahr 2000 haben die Austritte deutlich zugenommen, besonders nach 2010 und erneut zwischen 2018 und 2019. Die Zahl der Katholiken in Nordrhein-Westfalen sank von 5,8 Millionen im Jahr 2024 auf 5,6 Millionen im Jahr 2025 – ein Spiegel des allgemeinen Säkularisierungstrends in Deutschland.
Zwar gab es 2025 weniger Austritte aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen, und es zeigten sich bescheidene Zuwächse bei Taufen und Gottesdienstbesuchen. Dennoch ging die Gesamtzahl der Katholiken in der Region weiter zurück. Die Zahlen deuten sowohl auf erste Anzeichen erneuten Interesses hin als auch auf die anhaltende Herausforderung schrumpfender Bindung an die Kirche.