GLS Bank hält an Roten Hilfe fest – trotz Proteste und DKP-Austritt
Recep WohlgemutGLS Bank hält an Roten Hilfe fest – trotz Proteste und DKP-Austritt
GLS Bank hält Konten der Gefangenenhilfeorganisation Rote Hilfe offen – trotz massiver Proteste gegen jüngste Schließungen
Die GLS Bank hat die Konten der Gefangenen-Solidaritätsgruppe Rote Hilfe weiterhin offen gehalten, nachdem es landesweite Proteste gegen die jüngsten Kontoschließungen gegeben hatte. Die Entscheidung folgt auf eine Welle der Kritik, in deren Zuge auch die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) die Zusammenarbeit mit der Bank beendete. Beide Organisationen waren von strengeren Finanzvorschriften betroffen, die ihre Konten gefährdeten.
Auf einer Mitgliederversammlung in Bochum sprachen sich die anwesenden GLS-Mitglieder mit großer Mehrheit für die Bankführung aus – trotz anhaltender Vorwürfe wegen des Umgangs mit politisch brisanten Konten.
Auslöser der Kontroverse Die Auseinandersetzung begann, als die GLS Bank ankündigte, die Konten der Roten Hilfe und der DKP zu schließen. Diese Entscheidung löste großflächige Proteste aus, darunter einen offenen Brief, den Tausende Kunden unterzeichneten. Die Unterzeichner warnten die Bank vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“, falls sie ihren Kurs nicht ändere.
Die GLS-Führung verteidigte ihr Vorgehen und betonte, man habe sich ausschließlich an rechtliche und regulatorische Vorgaben gehalten – nicht an politische Motive. Aufsichtsbehörden verlangen von Banken, verdächtige Transaktionen zu melden, die auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung hindeuten könnten. Als Reaktion führte die GLS Bank Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sie Überweisungen gestalten können, um nicht als auffällig eingestuft zu werden.
DKP wirft Bank „vorauseilenden Gehorsam“ vor Unterdessen kündigte die DKP an, nicht länger mit der GLS Bank zusammenzuarbeiten, und warf ihr „vorauseilenden Gehorsam“ gegenüber staatlichem Druck vor. Die Partei hat ihre Finanzgeschäfte inzwischen auf öffentliche Sparkassen verlagert. Auch die Konten der Roten Hilfe bei der Sparkasse Göttingen wurden nach einer gerichtlichen Anordnung vorläufig wieder freigegeben.
Mitglieder bestätigen Bankführung im Amt Auf der Mitgliederversammlung stimmten 676 der 720 anwesenden Mitglieder dafür, den Vorstand – einschließlich der scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Irene Reifenhäuser-Karnath – im Amt zu bestätigen. Das dreiköpfige Führungsteam, zu dem die bisherige Sprecherin Aysel Osmanoğlu nicht mehr gehört, wurde von jedem Vorwurf freigesprochen. Die deutliche Mehrheit zeigt, dass die Mitglieder die Vorgehensweise der Bank trotz öffentlicher Empörung weitgehend unterstützen.
Konten der Roten Hilfe bleiben vorerst erhalten – DKP wechselt die Bank Die GLS Bank behält die Konten der Roten Hilfe vorerst bei, während die DKP ihre Geschäfte bereits anderweitig abgewickelt hat. Die Bankführung bleibt nach der klaren Rückendeckung durch die Mitglieder im Amt.
Strengere Finanzregeln vs. Kundenvertrauen Die verschärften Finanzvorschriften prägen weiterhin, wie Banken mit Konten politisch aktiver Gruppen umgehen. Die Folgen der Kontoschließungen zeigen das Spannungsfeld zwischen Compliance-Pflichten und dem Erhalt des Kundenvertrauens.






