Generation Z verliert das Vertrauen in den Öffentlichen Nahverkehr – warum viele aufs Auto umsteigen
Valeria TrubGeneration Z verliert das Vertrauen in den Öffentlichen Nahverkehr – warum viele aufs Auto umsteigen
Neue Studie zeigt wachsende Frustration junger Deutscher mit dem Öffentlichen Nahverkehr
Trotz einiger Fortschritte in ländlichen Regionen treibt die Unzuverlässigkeit der Verkehrsmittel immer mehr Angehörige der Generation Z in Richtung Auto. Die vom ADAC Stiftung, dem Sinus-Institut und der Universität Duisburg-Essen durchgeführte Untersuchung befragte fast 8.000 Menschen zu ihren Mobilitätsgewohnheiten.
Nur 10 Prozent der Befragten zeigten sich mit den aktuellen Verkehrsangeboten zufrieden. Viele stellen inzwischen infrage, ob nachhaltiges Reisen überhaupt noch verbessert werden kann.
Die Studie ergab, dass 59 Prozent der Generation Z zwar weiterhin mindestens einmal pro Woche den Öffentlichen Verkehr nutzen. Doch 48 Prozent greifen genauso häufig auf das Auto zurück. Schnelligkeit, Verlässlichkeit und Bezahlbarkeit stehen für sie an oberster Stelle – Umweltaspekte landen dagegen erst auf Platz 12.
In ländlichen Gebieten wie Kevelaer (Nordrhein-Westfalen) wurden seit 2021 zwar Buslinien ausgebaut und bedarfsgerechte Angebote eingeführt. Doch durch Fahrermangel und anhaltende Folgen der Corona-Pandemie hat sich die Zuverlässigkeit verschlechtert. Einheimische wie Luca und Lara berichten von Wartezeiten von bis zu einer Stunde, häufigen Ausfällen – besonders abends – und schlechten Anbindungen an nahegelegene Städte wie Krefeld. Echtzeit-Updates über Apps funktionieren oft unzuverlässig.
Auch Flexibilität und Komfort prägen die Entscheidungen junger Menschen. Eine Mehrheit (61 Prozent) wünscht sich mehr Verkehrsoptionen, 44 Prozent befürworten autonome Fahrzeuge und digitale Vernetzung. Weitere 43 Prozent unterstützen Mobilität-as-a-Service-Lösungen (MaaS), um Reisen zu vereinfachen. Dennoch resignieren viele angesichts der Aussichten auf umweltfreundlichere Alternativen.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: Immer mehr junge Deutsche steigen auf das Auto um, wenn der Öffentliche Verkehr versagt. Zwar gab es in ländlichen Regionen leichte Verbesserungen, doch die anhaltende Unzuverlässigkeit untergräbt das Vertrauen. Da nur ein Bruchteil zufrieden ist, wächst der Druck auf bessere Infrastruktur und digitale Lösungen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden.






