19 June 2026, 06:13

Gabriele Stötzer: Eine mutige Künstlerin zwischen DDR-Dissidenz und zeitgenössischer Kunst

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzer: Eine mutige Künstlerin zwischen DDR-Dissidenz und zeitgenössischer Kunst

Im Berliner Gropius Bau ist derzeit eine große Einzelausstellung mit Werken von Gabriele Stötzer zu sehen. Die Schau präsentiert rund 150 Exponate, darunter Videos, Fotografien, Modeobjekte und große Wollskulpturen von Frauen. Die 73-jährige Künstlerin zählt seit Langem zu den prägenden Figuren der deutschen Kulturszene.

Erstmals auf sich aufmerksam machte Stötzer als Dissidentin in der DDR. Ende der 1970er-Jahre wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis nähte sie Strumpfhosen, um die Zeit totzuschlagen.

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Ihr Engagement setzte sie in den folgenden Jahrzehnten fort. 1989 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und besetzte später die Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Mit diesen Aktionen wurde sie zu einer mutigen Stimme im Kampf für künstlerische und politische Freiheit.

Trotz ihrer Wurzeln in der DDR lehnt sie es ab, allein als „Ost-Künstlerin“ etikettiert zu werden. Ihr Werk umfasst mehrere Disziplinen und entzieht sich einfachen Kategorisierungen.

In diesem Herbst erhält Stötzer den Goslarer Kaiserring, eine der höchsten Kunstauszeichnungen Deutschlands. Zu den früheren Preisträgern zählen Henry Moore und Gerhard Richter. Die Auszeichnung würdigt ihr lebenslanges Schaffen als Künstlerin und Aktivistin.

Quelle