Feuerwehr-Kampfrichter nach Hymnen-Streit abgesetzt – Heino gibt Solidaritätskonzert
Recep WohlgemutFeuerwehr-Kampfrichter nach Hymnen-Streit abgesetzt – Heino gibt Solidaritätskonzert
Ein Streit um die deutsche Nationalhymne bei einer Feuerwehrmeisterschaft hat zur Absetzung eines Kampfrichters und eine Welle der Solidarität ausgelöst. Richard Mänder, ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig, wurde von seinen Aufgaben entbunden, nachdem er bei der Veranstaltung 2025 in Torgau Heinos Aufnahme der Hymne aus den 1970er-Jahren – inklusive aller drei Strophen – abgespielt hatte. Der Vorfall löste eine Gegenreaktion aus, die in einem Solidaritätskonzert des bekannten Sängers für Mänder gipfelte.
Der Konflikt begann, als Mänder während der Deutschen Feuerwehrmeisterschaften Heinos Version der Nationalhymne abspielte. Kritiker bemängelten, dass die erste Strophe mit ihren historischen Bezügen für eine offizielle Veranstaltung unangemessen sei. Der Deutsche Feuerwehrverband entband ihn umgehend von allen Schiedsrichterpflichten und blieb trotz Mänders Beteuerungen, missverstanden worden zu sein, bei dieser Entscheidung.
Heino, bekannt für Hits wie Karamba, Karacho, ein Whisky und Die schwarze Barbara, reagierte mit der Organisation eines Solidaritätskonzerts in Bad Belzig. Rund 800 Besucher, darunter Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen, kamen, um ihre Unterstützung zu zeigen. Lieder wie Layla sorgten für Begeisterung, auch wenn einige die Texte als sexistisch kritisierten.
Mänder wies rechtsextreme Tendenzen von sich, bedauerte jedoch die entstandene Kontroverse. Er bestehe darauf, nicht als Einziger zur Verantwortung gezogen zu werden. Sein Manager, Helmut Werner, bezeichnete die Kritiker als "ahnungslose Analphabeten" und forderte eine zweite Chance für Mänder. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Schieske lobte die Veranstaltung als Zeichen des Gemeinschaftsgeistes.
Die Folgen des Streits könnten die Spaltung in der Feuerwehrwelt vertiefen. Mänder kündigte an, künftig eigene Meisterschaften auszurichten – ein mögliches Konkurrenzformat zum etablierten Verband. Rolf Fünning, Präsident des Brandenburgischen Feuerwehrverbandes, hatte Mitgliedern zuvor bereits verboten, bei Mänders Alternativveranstaltungen offizielle Abzeichen zu tragen.
Das Konzert in Bad Belzig unterstrich die gespaltene Haltung zu Mänders Entlassung. Während Feuerwehrleute und Unterstützer die Strafe als zu hart kritisierten, hält der Feuerwehrverband an seiner Entscheidung fest. Stand Anfang 2026 sind keine weiteren rechtlichen oder organisatorischen Schritte zu seinem Ausschluss von künftigen Meisterschaften bekannt.






