31 March 2026, 16:26

EU-Reform des Emissionshandels: Weniger Bürokratie, mehr Klimaschutz bis 2040

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EU-Reform des Emissionshandels: Weniger Bürokratie, mehr Klimaschutz bis 2040

EU-Kommission stellt erste Reformvorschläge für den Emissionshandel vor

Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch ihre ersten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandelsystems (ETS) vorlegen. Die Änderungen umfassen weitreichende Anpassungen bei der Verwaltung von Industriezweigen und Emissionszertifikaten. Die Neuausrichtung folgt auf monatelange Debatten und eine bemerkenswerte Kehrtwende eines führenden Industrievertreters.

Ziel der Reformen ist es, das System zu vereinfachen und gleichzeitig Klimaziele mit wirtschaftlichen Belangen in Einklang zu bringen. Eine der bedeutendsten Änderungen ist die dauerhafte Abschaffung der Zertifikatstreichungen im Rahmen der Marktstabilitätsreserve (MSR).

Der Reformprozess erhielt neuen Schwung, nachdem Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, seine frühere Forderung nach einer Abschaffung oder radikalen Umgestaltung des ETS zurückgenommen hatte. Stattdessen plädierte er im November 2023 für einen pragmatischeren Ansatz und setzte sich für Modernisierung und Vereinfachung ein. Diese Haltung beeinflusste die Ausrichtung der Kommission und führte zu mehreren zentralen Anpassungen.

Die Ausweitung des ETS2, das den Verkehr und die Gebäudebeheizung erfasst, wurde nun auf 2028 verschoben – ein Jahr später als ursprünglich geplant. Die kostenlosen Emissionszertifikate, auf die einige Branchen angewiesen sind, sollen bis 2034 schrittweise abgeschafft werden. Ein weiterer Vorschlag, der auf die EU-Klimaziele für 2040 abgestimmt ist, wird voraussichtlich Ende 2026 vorgelegt. Die Trilog-Verhandlungen waren im März 2024 unterbrochen worden, nachdem Bedenken laut wurden, übermäßige Bürokratie stehe im Widerspruch zum Vereinfachungsziel.

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Auch die chemische Industrie wird von maßgeschneiderten Anpassungen der Emissionsbenchmarks profitieren, um die Einhaltung der Vorschriften zu erleichtern. Unterdessen verfassten Christian Kullmann und der EU-Abgeordnete Peter Liese einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem sie zu kluge Kompromisse aufriefen, um sicherzustellen, dass die Reformen praxistauglich und wirksam bleiben.

Die Entscheidung der Kommission, die Streichung von Zertifikaten in der MSR dauerhaft zu beenden, markiert einen weiteren wichtigen Schritt. Damit soll der CO₂-Markt stabilisiert werden, indem künstliche Verknappungen von Zertifikaten verhindert werden, die zuvor zu starken Preisschwankungen geführt hatten.

Die anstehenden Reformen werden die Art und Weise, wie die EU Industrieemissionen steuert, grundlegend verändern – mit Fokus auf langfristige Stabilität und weniger Bürokratie. Die Verschiebung der ETS2-Ausweitung und der schrittweise Abbau kostenloser Zertifikate spiegeln einen Ausgleich zwischen Umweltzielen und den Bedürfnissen der Wirtschaft wider. Der nächste Vorschlag, der 2026 erwartet wird, wird weiter konkretisieren, wie das System mit den EU-Klimazielen für 2040 in Einklang gebracht wird.

Quelle