24 June 2026, 14:12

EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler jetzt zögern

Umfrage des Einzelhandelsforschungsinstituts IFH
				Trieb die 'Recht auf Reparatur' die Preise in die Höhe?

EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler jetzt zögern

Die EU hat eine neue „Recht auf Reparatur“-Richtlinie eingeführt, um Reparaturen zu erleichtern und die Lebensdauer von Produkten zu verlängern. Demzufolge müssen Hersteller auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu fairen Preisen anbieten. Doch viele Verbraucher und Unternehmen sehen sich mit steigenden Kosten und begrenzten Kapazitäten konfrontiert.

Nach den neuen Vorschriften sind Hersteller verpflichtet, Reparaturen zu angemessenen Konditionen auch über die Garantiezeit hinaus anzubieten. Ziel ist es, Abfall zu reduzieren und die längere Nutzung von Produkten zu fördern. Dennoch ist das Bewusstsein für die Richtlinie gering: Nur 44 Prozent der Verbraucher kennen sie überhaupt.

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Die Kosten sind für Kunden ein zentrales Problem. Im Schnitt sind sie nur bereit, bis zu 22 Prozent des Neupreises für eine Reparatur zu zahlen. Ein Viertel entscheidet sich allein anhand der Reparaturkosten, ob ein Gerät überhaupt instand gesetzt wird. Für 70 Prozent sind diese Ausgaben im Vergleich zum Neukauf bereits zu hoch.

Auch Unternehmen rechnen mit finanziellen Belastungen. 68 Prozent der Händler erwarten steigende Reparaturkosten durch teurere Ersatzteile und höhere Lohnkosten. 63 Prozent der Hersteller stimmen zu und prognostizieren, dass Verbraucher mit höheren Reparaturrechnungen konfrontiert werden. Zudem gehen 62 Prozent der Händler davon aus, dass die Preise für Neugeräte steigen werden, um die zusätzlichen Reparaturkosten auszugleichen. Ein weiteres Problem ist die Kapazität: 74 Prozent der Händler können mit ihren aktuellen Ressourcen eine höhere Anzahl an Reparaturen nicht bewältigen.

Die Richtlinie zielt zwar auf günstigere und zugänglichere Reparaturen ab. Sie könnte jedoch sowohl die Kosten für Reparaturen als auch für neue Produkte in die Höhe treiben. Verbraucher und Unternehmen müssen sich in den kommenden Monaten auf diese Veränderungen einstellen.

Quelle