12 April 2026, 00:25

Dortmunds neuer CDU-Bürgermeister bricht 80-jährige SPD-Ära

Ein belebter Platz mit Menschen auf Stühlen und Stehenden, umgeben von Topfpflanzen, Metallabsperrungen, Schildern, Straßenmasten mit Fahnen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel.

Dortmunds neuer CDU-Bürgermeister bricht 80-jährige SPD-Ära

Alexander Kalouti ist Dortmunds erster Bürgermeister seit fast 80 Jahren, der nicht der SPD angehört. Der 57-jährige CDU-Politiker gewann die Stichwahl am 28. September und beendete damit Jahrzehnte sozialdemokratischer Führung. Seitdem bereitet er sich auf sein neues Amt vor, indem er die komplexen Regelwerke der Stadt studiert und sich von erfahrenen Stadträten beraten lässt.

Kaloutis Amtsantritt verlief ungewöhnlich. Eine offizielle Übergabezeremonie mit seinem Vorgänger Thomas Westphal fand wegen Terminproblemen nicht statt. Stattdessen verbrachte er Wochen damit, die 100-seitige Gemeindeordnung Dortmunds zu lesen – einen Vorgang, den er mit dem Auswendiglernen von Texten für ein Theaterstück vergleicht, ein Verweis auf seine schauspielerische Vergangenheit. Der Druck steigt vor der ersten Ratssitzung am 13. November, die er mit einer "Premierenaufführung" vergleicht.

Der neue Oberbürgermeister steht vor einem zersplitterten Stadtrat. Seine CDU-Fraktion ist zwar die zweitstärkste Kraft hinter der SPD, doch es gibt über ein Dutzend kleinere Gruppierungen. Ohne klare Mehrheit plant Kalouti, seine Vorhaben durch wechselnde Bündnisse zu einzelnen Themen durchzusetzen, statt sich auf eine feste Koalition zu stützen.

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Seine oberste Priorität ist die Belebung der Dortmunder Innenstadt und die Bekämpfung dessen, was er als "städtischen Niedergang" bezeichnet. Die Herausforderung ist groß, doch er besteht darauf, trotz der politischen Komplexität voranzukommen.

Kaloutis Wahl markiert einen historischen Wandel für Dortmund und durchbricht die jahrzehntelange SPD-Dominanz im Rathaus. Sein Ansatz – flexible Partnerschaften in einem gespaltenen Rat zu suchen – wird prägen, wie er die wirtschaftlichen und sozialen Probleme der Stadt angeht. Die erste Bewährungsprobe steht am 13. November an, wenn der Rat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt.

Quelle